Symphonieorchester Vorarlberg
 

AUS DEM ORCHESTERGRABEN – Markus Ellensohn

April 2012

Bei der aktuellen Produktion tritt Geiger Markus Ellensohn bereits zum 105. Mal in unseren Reihen in Erscheinung: „Die Erinnerung an das erste Mal im Herbst 1991 ist noch sehr lebendig, ich wurde als Einspringer bei Schostakowitschs erster Symphonie engagiert, studierte noch am Vorarlberger Landeskonservatorium bei Roland Baldini und dem Heifetz-Schüler Rudolf Koelman. Damals ging es in der Probenarbeit noch viel mehr um grundlegende Dinge des Orchesterspiels, die heute selbstverständlich sind.

Schon daran ist die riesige Steigerung des Symphonieorchesters Vorarlberg in den letzten zwei Jahrzehnten abzulesen. Mit Gérard Korsten gab es dann noch den entscheidenden Sprung nach vorne, sodass wir auch auf internationaler Ebene mithalten können.“ Durch die Tätigkeit im SOV erfährt Ellensohn wie alle anderen Musiker auch laufend neue Herausforderungen und Impulse, die er dann in der alltäglichen Arbeit mit seinen Violinschülern an der Musikschule Lustenau und Laienmusikern weitergeben kann. „Somit profitieren durch das Orchester indirekt ziemlich viele musikinteressierte Menschen im Land.“

Vor acht Jahren übernahm Markus Ellensohn die musikalische Leitung des traditionsreichen Orchestervereins Götzis. „Der größte Unterschied zwischen den Mitgliedern dieses engagierten Laienorchesters und Profi­musikern ist die Herangehensweise, die Laien legen großen Wert auf ein persönliches Erlebnis. Die Motivation nährt sich aus einer Mischung von Qualität der Musik, dem Publikumszuspruch und der individuellen Bewältigung spieltechnischer Schwierigkeiten; von daher ist gar nicht die Einstudierung sondern das Erstellen eines guten Programms die größte Herausforderung.“

Seit 2007 ist Markus Ellensohn auch als Orchestervertreter im Vorstand des SOV engagiert: „Hier gilt es als demokratisch gewählter Vertreter des Orchesters in erster Linie natürlich die Interessen der Musiker dem Präsidium und den Vertretern des Trägervereins darzulegen, daneben gibt es noch einige Managementaufgaben zu erledigen. Die Arbeit im Vorstand ist geprägt durch sehr gute Teamarbeit, es ziehen alle am gleichen Strang. Der momentane Schwerpunkt liegt in der Ermöglichung einer faireren finanziellen Abgeltung der Musiker als bisher. Denn auch wenn man mit viel Leidenschaft beim Musizieren engagiert ist, möchte man nicht auf Dauer der eigentliche Hauptsponsor des wichtigsten Vorarlberger Klangkörpers sein,“ bringt es Ellensohn mit einem Lächeln auf den Punkt.

Für die Zukunft wünscht er sich den nächsten Schritt: „Dieser muss über die Professionalisierung des organisatorischen Umfelds, die Verbesserung der vertraglichen Situation der Musiker etc. geschehen, dies muss an das künstlerische Niveau angeglichen werden. Sollte sich die öffentliche Wahrnehmung und Wertschätzung nicht steigern, wird der derzeitige musikalische Standard über kurz oder lang gefährdet. Wichtig für das Renommee des SOV wäre auch, dass wir außerhalb Vorarlbergs in Erscheinung treten, die Qualität ist zweifelsfrei vorhanden.

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