Symphonieorchester Vorarlberg
 

Das SOV in der Presse


Pressestimmen Oper "Orpheus und Eurydike"
Premiere am 1.2.2017

Musikalisch exzellente Opernpremiere am Landestheater:
"Orpheus sucht Frau" oder "Das doppelte Lottchen"

Das war am Mittwoch in erster Linie ein exzellentes musikalisches Ereignis, das als solches vom ausverkauften Haus am Kornmarkt auch entsprechend bejubelt wurde. Der Beifall galt der hervorragenden Besetzung mit dem Orpheus an der Spitze gleichermaßen wie dem Bregenzer Festspielchor und dem Symphonieorchester Vorarlberg.

Christoph Willibald Glucks „Orpheus und Eurydike“ entstand in der jährlichen Koproduktion des Landestheaters mit dem SOV als eineinhalbstündiger komplexer Spannungsbogen, bei dem vor allem die musikalische Umsetzung faszinierte.

Der Mann des Abends aber ist der Dirigent Michael Hofstetter (55), seit 2005 bei der Schubertiade zugange, der mit dieser Arbeit in Bregenz debütierte. Dem heute international gefragten Barockspezialisten ist es gelungen, dieses als Reformoper gedachte Werk in der Wiener Fassung auf seine eigentliche Grundlage zurückzuführen. Denn das war schon im Entstehungsjahr 1762 genau genommen keine Barockoper mehr, sondern ein frühklassisches Werk, mit dem Gluck von der überladenen Instrumentation und Verzierungstechnik im Gesang abrücken wollte und in dem man überlieferte Koloraturen auch nur für den hier stilgerecht mit einem Countertenor besetzten Orpheus, aber kaum für die beiden weiblichen Rollen von Eurydike und Amor findet. Auch der Orchesterklang muss bei Hofstetter nicht so sklavisch streng sein wie bei Monteverdi, da genügt es, wenn die hoch motivierten und vom kundigen Maestro intensiv gebrieften Musiker des SOV ihren modernen Instrumenten mit Hilfe von Vibratoarmut, Strichen, Artikulation und Phrasierung vor allem in den Streichern einen verblüffend authentischen, sehr persönlichen Anstrich geben. (...) Dazu ergeben straffe Tempi, extrem ausgereizte Dynamik und eine kluge Rhetorik in der Umsetzung der gefühlsmäßigen Ausdruckspalette eine stilistisch in höchstem Maße befriedigende, weil der Musik entsprechende Wiedergabe von Glucks Oper. So schnörkellos wie hier hat man etwa den vielgespielten „Reigen seliger Geister“ wohl kaum einmal gehört. Und so ist von der wunderbaren Wandlung des Symphonieorchesters Vorarlberg in ein respektables Barockorchester zu berichten – ein Quantensprung in der Geschichte des SOV!


KULTUR, Fritz Jurmann, 02. Februar 2017


Orfeo sieht und singt doppelt

(...) Michael Hofstetter (...) macht sich nicht viel aus Begriffen, sein Bregenzer "Orfeo" bzw. "Orpheus" und lässt den Schluss zu, dass er das Orchester, das Barocktrompeten kennt, ansonsten aber auf neuen Instrumenten spielt, als Geschichtenerzähler versteht, der Schmerz, Verzweiflung, Sehnsucht, Hoffnung, Überzeugtheit und Liebe zu vermitteln hat und das auch nach Tempovorgaben und in gut getroffener Strenge mit einem Ergebnis tut, das das Kornmarkttheater gestern Abend zu einem besonderen Klangraum machte, was dazu führte, dass das Publikum ungewöhnlich lang auf den Plätzen verharrte.

Vorarlberger Nachrichten, Christa Dietrich, 2. Februar 2017

Amor ist gnädig

... So sitzt im Orchestergraben des Bregenzer Landestheaters eine relativ kleine Auswahl von Musikern, die sich als stilistisch äußerst flexibel erweisen.

...Dennoch überzeugen sie unter Hofstetters zupackender Leitung mit einem schlanken, geschärften Klangbild, wie man es vom SOV bisher nicht gehört hat.

Messerscharf artikuliert schießen die schnellen Streicherpassagen auseinander, als die Furien Orpheus den Zutritt zur Unterwelt verwehren wollen. Traumhaft leise verhallt im Orchester das Echo seines Gesangs. Heikel-quirlige Naturklänge der Holzbläser fügen sich spielerisch leicht in das Kontinuum des vorbildlich mit den Bässen ausbalancierten Gesamtklangs.


Schwäbische Zeitung, Werner M. Grimmel, 6. Februar 2017

Pressestimmen 3. Abokonzert
am 21. und 22. Jänner 2017

In der Ruhe liegt die Kraft, die Klänge schafft

Ganz schön aufgemischt wurden beim dritten Abo-Konzert des Symphonieorchesters Vorarlberg am Samstag im ausverkauften Montforthaus (...) die eingefahrenen Rituale dieses Zyklus. Da debütierte am Pult der namhafte deutsche Dirigent Kevin Edusei, in seiner überlegenen Ruhe eine herrliche Antipode zum temperamentgeladenen Chefdirigenten, da brachte erstmals auch der ARD-Preisträger und "Echo Klassik"-Gewinner Sebastian Manz mit seiner Klarinette den Saal zum Kochen. Und schließlich gab es auch ein Programm abseits des Mainstreams mit Werken, die das SOV noch nie gespielt hat.

...Für ihn [J. Edusei] liegt die Kraft in der Ruhe, und so holt er bei Vasks die dicht chromatisch geflochtenen Steicher-Liegeflächen dieser "Musik der Schmerzen" mit ihren Glissandi, die wie Seufzermotive bei Bach klingen, mit beschwörenden Gesten wie ein Guru aus den hoch motivierten Streichern um Konzertmeisterin Monika Schuhmayer. Eine beklemmende, fast meditative Wirkung macht sich breit.

Es [Symphonie von Sibelius] ist insgesamt ein sehr farbig instrumentiertes Klanggemälde, mit düster-dramatischen Tönen im zweiten, einem vorüberhuschenden dritten Satz und einem pompös hymnischen Finale, das mit satten Geigen-Unisoni Einblicke in Handschrift und Landschaft verschafft. Edusei lässt als elegante Dirigentenpersönlichkeit mit seiner Ausstrahlungskraft aber auch das schön abgerundete Blech strahlen und die Holzbläser ihre kecken Melodien blasen.

Das Filetstück des Abends findet sich in der Mitte, mit dem sonnigen ersten Klarinettenkonzert f-Moll von Carl Maria von Weber (1811) [...] Jedenfalls bietet es dem jungen, aus Hannover stammenden und bei Sabine Meyer ausgebildeten Solisten Sebastian Manz in den bewegten Ecksätzen und im sanglichen Andante reichlich Anreiz, die menschliche Stimme zu imitieren: mit großer Brillanz, kultiviertem Ton ohne allzu viel Vibrato und einer musikantisch ausgekosteten Spannweite an Höhe, Dynamik und Rhetorik.

Geschäftsführer Thomas Heißbauer ist es gelungen, mit neuen Akzenten in der Besetzung und im Programm gewohnte Hör- und Sehgewohnheiten des SOV-Publikums aufzubrechen. Das ist durchaus als gelungen und spannungsfördernd anzusehen, auch im Sinne der didaktischen Aufgabe des Orchesters. Das Feldkircher Publikum jedenfalls ist diesen Weg ohne Einschränkung mitgegangen.


Vorarlberger Nachrichten, Fritz Jurmann, 23. Jänner 2017


Ruhevoll zelebrierte Klangflächen und quirliges Figurenwerk - Das Symphonieorchester Vorarlberg unter der Leitung von Kevin John Edusei sowie der Klarinettist Sebastian Manz boten viel Abwechslung

Im Rahmen des dritten Abonnementkonzertes stand erstmals der viel beachtete Dirigent Kevin John Edusei am Pult des Symphonieorchesters Vorarlberg. In einem musikdramaturgisch geistreich zusammengestellten Programm setzte er flächig angelegte musikalische Klanglandschaften des Letten Peteris Vasks und des Finnen Jean Sibelius in Beziehung zum temperamentvollen ersten Klarinettenkonzert von Carl Maria von Weber. Viel Applaus erhielt der Solist Sebastian Manz für seine spritzige und gelenkige Werkdeutung dieses romantischen Bravourstückes.

Sogleich mit der „Musica dolorosa“ von Peteris Vasks kamen die Qualitäten des aufstrebenden und viel gelobten Dirigenten Kevin John Edusei zum Ausdruck. Elegant, und mit einer angenehm ausstrahlenden Ruhe modellierte er die dicht verwobenen musikalischen Linien. Er ließ den einzelnen Phrasen – wie beispielsweise den immer wiederkehrenden absinkenden Glissandi in den Violoncelli und den Violinen - Zeit zur Entfaltung und führte die Themenstränge in gut proportionierten Kulminationspunkten zusammen. Auf diese Weise entwickelte sich die innewohnende Wehmut authentisch und nicht überdramatisiert. Besonderes Augenmerk schenkten die in einer guten Balance miteinander agierenden Streicher dem Zeitfluss des Werkes, indem sie die pulsierenden Tonrepetitionen eindringlich darstellten. Intensiv gelang darüber hinaus die dynamische Perspektivenwirkung, denn das über lange Zeiträume aufgebaute Crescendo verströmte den Eindruck einer ständigen Annäherung.

Große symphonische Klangentfaltung
Dass die Musiker des SOV ein Gespür für lange sich entwickelnde Linien, groß angelegte
symphonische Felder und sich aufbäumende musikalische Phrasierungsbögen haben, stellten sie schon in mehreren Werkdeutungen von Bruckner, Mahler aber auch Tschaikowsky unter Beweis. Dementsprechend formte das Orchester auch die hierzulande sehr selten zu hörende zweite Symphonie von Sibelius mit einem großen Augenmerk für die musikalischen Proportionen im Großen und solistische Details im Kleinen. Lange und klangfarbenreiche Entwicklungsprozesse durchfluteten den Raum im Feldkircher Montforthaus. Das ruhige, aber ausdrucksstarke Dirigat von Kevin John Edusei sowie der enge Kontakt zu den Orchestermusikern bewirkten eine konzentrierte Atmosphäre. Eine weite musikalische Landschaft implizierten die Musikerinnen und Musiker vor allem im zweiten Satz mit einem erdigen Fagottsolo, gut nachvollziehbaren Echowirkungen zwischen den Trompeten und Oboen und insbesondere mit Paukentremoli, die einesteils ein starkes Fundament boten und andernteils viel Dramatik ins Geschehen brachten. Pathetische Züge nahm das großflächige Finale an, das leidenschaftlich mit einer aufsteigenden Dreitongruppe, signalartigen Blechbläserfanfaren, in sich stark bewegten Klangmassen und markanten Tonwiederholungen gesteigert wurde. Das Symphonieorchester folgte Kevin John Edusei und gestaltete die auf- und abebbenden Klangmassen energiegeladen, zudem unterstrichen die zahlreichen Soli den positiven Gesamteindruck.

Einen Gegensatz zu den symphonischen Werken bildete das Klarinettenkonzert Nr. 1 von Carl Maria von Weber. (...) Zuerst mussten sich der Solist und das Orchester finden, doch bald war die erste Unsicherheit überwunden und die quirligen Spielfiguren entfalteten ihre mitreißende Wirkung. Sebastian Manz musizierte mit einem gelenkigen und hellen Klarinettenton, der gute Voraussetzungen für die virtuos ausgereizten Ecksätze bot. Das lyrische Thema im Adagio „sang“ der Solist auf seiner Klarinette. Die lichte Tongebung entfaltete sich schön, allerdings fehlte dem Toncharakter mitunter der sonore und warme Klang in den tieferen Registern. Als Höhepunkte der Werkdeutung blieben die Zwiesprache der Klarinette mit den Hörnern sowie jene Pianissimopassage in Erinnerung, in der das Hauptthema wieder eingeführt wurde.


KULTUR, Silvia Thurner, 22. Jänner 2017

Pressestimmen 2. Abokonzert
am 3. und 4. Dezember 2016

Eine Rose für das Orchester

Gérard Korsten, das SOV und eine Klaviervirtuosin lösten Begeisterung aus.
...Man spürt es vom ersten Ton an: Dirigent und Orchester spulen hier nicht ihren Dienst ab, sondern sind projektorientiert und damit hungrig nach Erfolg.

...Nach einer barocken Passacaglia kann vor allem sein romantisches Larghetto in erweiterter Tonalität auch bei den Zuhörern punkten. Die Musiker erwecken es mit sichtlichem Spaß, größter Leidenschaftlichkeit und Intensität zum Leben, bevor es mit einem zarten Violinsolo ausklingt.

Dann die Begegnung mit einer überlegenen Pianisten-Persönlichkeit, der aus Belgrad stammenden Anika Vavic [...] sie trifft genau den Gefühlsausdruck dieses wahnwitzigen Stücks virtuoser Klaviermusik und entfaltet aus ihrem sehr eigenständig geführten und oftmals im Orchester verschachtelten Solopart ein pianistisches Feuerwerk, das die Zuhörer verblüfft. Doch auch dem reichhaltig besetzten Orchester fordert der Komponist in diesen 24 Variationen schnelle Reaktion und eine Klangvielfalt ab, bis es in allen erdenkbaren Klangfarben glitzert und schillert oder zwischendurch mit einem Wald von Streichern über Klavierkaskaden zu Hollywood-Größe erstrahlt.

...Die blitzsaubere Art, wie das Blech die einleitende Fanfare der Symphonie Nr. 4 f-Moll von Tschaikowsky anstimmt, wird zum Signal für eine technisch, klanglich und interpretatorisch außergewöhnliche Wiedergabe dieser "Schicksalssymphonie" [..] Gérard Korsten ist hier wie elektrisiert, peitscht das Orchester in den Ecksätzen regelrecht vor sich her, volle Kraft voraus, nimmt dem Werk drängend, mit auftrumpfender Dynamik und in oft recht harten Ansätzen von vornherein jeden Anflug von Pathos oder Larmoyanz und generiert damit eine mitreißende Version, die beim Publikum nach dem letzten Triumphakkord einen Jubelschrei auslöst. Dass die mittleren Sätze zu sorgsam gedeuteten klanglichen Kostbarkeiten mit vielen wunderschön ausgespielten Bläsersoli und zum Lehrstück für klangvolles Pizzicato werden, sorgt dazwischen für wirkungsvolle Entspannung.


Vorarlberger Nachrichten, Fritz Jurmann, 5. Dezember 2016


Distanz und Hingabe lagen nahe beieinander

...Begeisterung löste die vielschichtige Interpretation der vierten Symphonie von Tschaikowski aus, denn die Orchestermusiker und Gérard Korsten liefen zu Hochform auf und spielten "auf Teufel komm raus".

...Die vielschichtig ineinander verzahnten melodischen Floskeln des Orchesterparts erklangen energiegeladen ausgeformt und die einzelnen Stimmgruppen wurden schillernd ineinander verwoben. Sehr präsent und sinnlich wirkten die langsamen Passagen, durchzogen von poesievollen Soli aus den Reihen der Holz- und Blechbläser, die immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich lenkten.

Dass das Orchester in Hochform ist, zeigte sich in der zweiten Konzerthälfte. Spannend und voller Elan, hingebungsvoll und spontan entfalteten die Musiker, temperamentvoll geleitet von Gérard Korsten, die vierte Symphonie von Peter I. Tschaikowsky. (...) Die Musik strahlt ein schicksalhaftes Ausgeliefertsein ebenso aus wie Zuversicht und Leidenschaft. Diese Charakteristika formte das SOV dramatisch heraus, nie lärmend, sondern eher durch eine Pianokultur bestimmt, die das Aufbegehren in Crescendo-Schüben umso mehr zur Geltung brachte. Viele Einzelheiten könnten an dieser Stelle genannt werden, die diese Werkdeutung so besonders machten. Herausragende Soli aus den Reihen der Holz- und Blechbläser, die feinsinnigen Akzentuierungen der Schlagwerker sowie die gut disponierten Streicher trugen alle auf ihre Weise ihren Teil zu dieser bewundernswert und detailreich ausformulierten Musik bei. Am Ende gab es Jubel für diese eindrückliche Werkdeutung, die wohl niemanden unberührt ließ.


KULTUR, Silvia Thurner, 5. Dezember 2016

Melancholie und Virtuosität

... Mit schönem Streicherklang, diabolisch virtuos und temperamentvoll präsentierte sich das Symphonieorchester Vorarlberg (SOV) unter seinem Chefdirigenten Gérard Korsten im Bregenzer Festspielhaus.

...Bei Rachmaninow darf nicht nur der Solist, die Solistin mit allerlei Finessen, Akkordpassagen, Sprüngen und Läufen brillieren, auch das ganze Orchester ist im Farbenreichtum seiner Instrumente gefordert.

Anika Vavic [...] musizierte die 24 Variationen mit größter Selbstverständlichkeit: Bald koboldhaft witzig und beweglich, bald poetisch melancholisch in schwingenden Glockenklängen, bald in wunderbar unaufgeregt wirkender Virtuosität. Das Symphonieorchester Vorarlberg begleitet es nicht nur, es war in den verschiedenen Instrumentengruppen auch ein sehr präsent aufspielender Partner.

...Korsten und das SOV machten diesen hohen Erregungszustand in hellen Fanfaren, fiebrig synkopischen Rhythmen und verzweifelt schicksalhaften Themen deutlich. Schöne Holzbläsersoli im langsamen Satz, scharf angerissene Pizzicati im Scherzo und ein immer neu angesetztes und von Korsten eingefordertes Brausen begeistern das Publikum.


Schwäbische Zeitung, Katharina von Glasenapp, 5. Dezember 2016

Die Frage blieb unbeantwortet

Penderecki, Rachmaninow, Tschaikowski: die russische Musik ist ein so weites Feld wie das Land selber. [...] Der heimische Klangkörper bewies: Keine Angst vor großen Gefühlen - und keine Angst vor schrägen Tönen.

Pianistin Anika Vavic (...) spielte Geige auf dem Tasteninstrument. Ganz in Klangwelten eintauchend, erfreute sie mit Witz und Verve das geneigte Publikum. Rachmaninow, (...) hatte mehr mit Jazz am Hut als mit slawischer Melancholie. Kombiniert mit der italienischen Virtuosität dieser Hommage an Paganini, (...), erlebte das zahlreich erschienene Publikum ein wahres Feuerwerk an Klangfarben.

...das erfrischende Wechselspiel zwischen Solistin, Dirigent Gérard Korsten und dem Orchester machten das Musikerlebnis perfekt.

...Das Publikum war schlicht überfahren von der Klangfülle und den feinziselierten Melodiebögen. Die Hörner orientierten sich im besten Sinne an Wagners gedacktem Klangvorbild. Die Blechbläser insgesamt setzten Maßstäbe, die sich mit dem St. Galler Symphonieorchester schon längst messen können.


NEUE Vorarlberger Tageszeitung, Barbara Camenzind, 6. Dezember 2016

Pressestimmen Festival Texte & Töne
5. und 6. November 2016

Rechtzeitig noch eine "Suite für Menschenrechte"

... Der Abend gehört zunächst dem Symphonieorchester Vorarlberg, da sich bei diesem Anlass abseits seiner gewohnten Aufgaben den besonderen Herausforderungen der zeitgenössischen Musik stellt. Dabei hilft zunächst die Verpflichtung des top bewanderten und überlegenen amerikanischen Dirigenten Scott Voyles. Dazu kommt der spürbare Einsatz jedes einzelnen Musikers, was in Summe zu einer auch vom Publikum und den anwesenden Komponisten sehr positiv aufgenommenen, überzeugenden Darbietung der drei in Profil und Stilistik sehr unterschiedlichen Werke führt. Starglanz kommt mit der international bekannten ungarischen Sopranistin Ildiko Raimondi.

...In die Welt herber Vierteltönigkeit führt die extrem anspruchsvolle und komplexe Partitur des Violinkonzerts der einzigen Frau unter den Komponisten, der Russin Alexandra Karastoyanova-Hermentin, die in düsteren Tönen, mit Stampfen und schmerzvollen Intervallen auch den Gang nach Golgotha heraufbeschwört.

...Dann folgt das mit Spannung erwartete Orchesterwerk "Pastorale" des Altachers Michael Floredo als Auftragswerk des SOV. Der Komponist scheut sich nicht, mit naturalistischem Donnergrollen und Vogelgezwitscher für den Normalhörer Anleihen bei Beethovens "Sechster" zu wagen. Seine spezielle Meisterschaft in der ausgeprägt persönlichen Orchesterbehandlung wird aber in Klangflächen von atmosphärischer Dichte deutlich, in Ausbrüchen von großer Kraftentfaltung und zwingender Rhythmik. Für Effekte sorgt ein durchgehend solistischer Klavierpart (großartig: Akiko Shiochi). Ein toller Erfolg für den Kompositionspreisträger.


Vorarlberger Nachrichten, Fritz Jurmann, 7. November 2016

Pressestimmen 1. Abokonzert
am 29. / 30. / 31. Oktober 2016

Der Krieg gegen das Mittelmaß

Das Orchester bestach durch glasklare Transparenz und feinsinniger Ausgewogenheit zwischen Bläsern und der Streichergruppe. Buchstäblich zum Heulen schön begann der zweite Satz, als die Oboistin Heidrun Pflüger zu ihrem großen Solo anhob - und dem Solisten charmant-unaufdringlich die Show stahl.

... Im dritten Satz ließ Ilya Gringolts endlich die Katze aus dem Sack und brillierte in den bekannten punktierten "Galopp-Passagen" mit einem feurig begleiteten Orchester. [...]
Der heimische Klangkörper bespielte die "heiligen Längen" der C-Dur-Symphonie mit Charme, Herzlichkeit und großer Ernsthaftigkeit.[...] So farbig, so liebevoll musiziert waren des Meisters frühe Ansätze einer symphonischen Dichtung. Korsten und seine Truppe verstanden es kongenial, Schuberts hintersinniges musikantisches Talent mit seinen visionären musikalischen Gedanken zu verbinden. Es war Kopfkino für alle, die Musik lieben.

... Das Symphonieorchester Vorarlberg hat mit diesem ersten Abonnementkonzert einen künstlerischen Quantensprung vollzogen. Es ist kein stehendes Orchester, die Mitglieder treffen sich projektweise. Sie bewiesen, dass sie sich auch im Rahmen ihrer Möglichkeiten weiter entwickeln können. Alle Achtung.


NEUE Vorarlberger Tageszeitung, Barbara Camenzind, 2. November 2016

Kraftvoll den Raum füllend

... Besondere Aufmerksamkeit lenkte die eigene Kadenz von Ilya Gringolts auf sich, denn darin zelebrierte er seine hohe Kunst der Doppelgriffe, führte die melodischen Linien gespalten und entfaltete mit Frage- und Antwortspielen, durchsetzt von spannungsgeladenen Pausen, ein feinsinniges musikalisches Beziehungsgeflecht. Wunderbar weich nahmen die Hornisten danach den Solisten wieder in den Gesamtklang auf. Dieses Geben und Nehmen zwischen den Stimmgruppen wurde im stimmungsvollen, langsamen Satz weitergeführt.(...) Die Rhythmik der tiefen Register sowie markante Trillermotive als Gegenpol unterstrichen das ungarische Flair des Finalsatzes.

... Vom ersten bis zum letzten Ton hielt das SOV die Spannung bei der Interpretation der achten Symphonie von Franz Schubert. Vor allem die rhythmische Kraft, die den Themengestalten zugrunde liegt, kristallisierten die Musiker heraus. Gérard Korsten leitete das Orchester mit großem Körpereinsatz und motivierte die Musiker zu aufbrausenden Gesten und großer klanglicher Brillanz. Im Eröffnungssatz schöpfte die Musik ihre vorwärts drängende Energie aus den markanten Punktierungen. [...] Durch die straffen Artikulationen und das eher zügige Tempo im Andante wirkten die Themen mit Nachdruck entfaltet und nahmen teilweise fast trotzige Züge an. Dies erhöhte die Spannung hin zum Scherzo, das wirkungsvoll modelliert erklang. [...] Mit rasendem Tempo spielten die Streicher die Begleitfiguren im abschließenden Allegro vivace. Die motivischen Vergrößerungen, verbunden mit den straffen rhythmischen Figuren, sowie die kraftvollen Klangfarbenspiele zwischen den einzelnen Stimmgruppen steigerten den Bewegungsfluss im Finale. Für die energiegeladene und hoch konzentrierte Werkdeutung erhielten die Musikerinnen und Musiker sowie Gérard Korsten jubelnden Beifall.


KULTUR, Silvia Thurnher, 31. Oktober 2016

Ein Wohlfühlpaket mit Tücken

Eine neue Saison unter dem Motto "Romantik pur" mit zwei Knüllern des Konzertrepertoires zu eröffnen (...) ist ganz nach dem Geschmack es Abonnementpublikums.

Schuberts Symphonie Nr. 8 (..) wird von Gérard Korsten mit seiner langjährigen Mozarterfahrung wiederum aus diesem Blickwinkel gesehen: Schubert als "Klassiker der Romantik". Mit dieser Idee versteht es Korsten, seine Musiker zu einer wirklich aufregenden Deutung dieses Werks zu motivieren, das in Ansätzen oft weit und prophetisch bis Bruckner und Mahler voraus reicht. (...) Es sind auch die spannenden Bezüge der Sätze untereinander und eine geschärfte Sichtweise, die faszinieren, und diese Interpretation zu etwas ganz Besonderem machen. Speziell spürt man das (...) das mit schroff herausgearbeiteten Hell-Dunkel-Kontrasten im Zwiegesang von Holz und Streichern hier innig wie ein Gebet musiziert wird. Und da springt nun der Funke über. So werden schließlich sogar die von Robert Schumann so treffen apostrophierten "himmlischen Längen" dieses Werks als durchaus kurzweilig empfunden, denen man noch lange hätte zuhören können.

...nach 50 Minuten ohne die Wiederholung im ersten Satz, ist dann sogar das galoppierende Finale mit den immer wieder ausbrechenden Eruptionen zu Ende, und was jetzt ausbricht, ist ein Jubelorkan des Publikums.

Nach dem vorangegangenen Gastspiel in Klagenfurt ein toller Start des SOV in die neue Konzertsaison.

Vorarlberger Nachrichten, Fritz Jurmann, 31. Oktober 2016

Stimmungsvolle Klänge vom See

(...) und Danz besonders bei der 8. Symphonie D 944, der "Großen" in C-Dur (...) konnte das Symphonieorchester Vorarlberg unter Gérard Korsten seine Vorzüge voll ausspielen: Strahlendes Blech, warmes Holz und farbige Streicher sowie ein exaktes Zusammenspiel mit exquisiten Solisten aus den eigenen Reihen. Und vor allem animiert durch den energiegeladenen, stets fordernden Dirigenten ergab sich ein ungemein akzentreiches, stark konturiertes und sehr lebendiges Musizieren.

Kleine Zeitung Kärnten, Helmut Christian, 30. Oktober 2016

Pressestimmen Festspielmatinée am 21. August 2016

Wettlauf der Bläser mit dem Solisten
Irgendwie war das gestern schon eine besondere Herausforderung für das Symphonieorchester Vorarlberg. Nach drei glänzend gelungenen Orchesterkonzerten der Wiener Symphoniker in diesem Umfeld zu reüssieren, ist kein Spaziergang. Doch da fügte sich diesmal eins ins andere. Ausnahmepianist Aaron Pilsan trumpfte mit Mozart auf, Gerard Korsten bewies einmal mehr seinen Rang als besonderer Mozart-Dirigent. Gemeinsam mit den begeistert mitgehenden Musikern entwickelten sie bei dieser letzten Festspielmatinee der Saison eine Art Mozart-Fieber, das bald auch das Publikum erfasste.

Mit einem Werk des Tschechen Miroslav Srnka (…) "Eighteen Agents" als österreichische Erstaufführung werden als "musikalische Schwarmbewegung" bezeichnet. Tatsächlich wirkt diese Partitur, bei der jeder der 19 Streicher quasi als Solist seine eigene Stimme spielt, in ihren klanglichen Bewegungsabläufen wie ein aufgescheuchter Bienenschwarm, bei dem Motive durch die Reihen gereicht und in minutiöser Abstimmung aufeinander bezogen werden. Das ergibt faszinierende Effekte in sirrenden Klangflächen. (…) Das SOV mit Korsten hat sehr viel Arbeit in dieses fordernde Werk investiert und damit wieder einmal seine Kompetenz auch in diesem Bereich eindrücklich zur Schau gestellt.

…. befeuert Korsten dann seine Musiker zu einer Art Wettlauf zwischen den Bläsern und dem Solisten, der hier alles an mitreißender Virtuosität ins Spiel wirft und ein sprachlos staunendes Publikum hinterlässt.

Das SOV und Korsten (…) lassen viele schöne Soli aufblitzen. Die Farben dieses Orchesterporträts erstrahlen und bringen das Werk mit dem feurigen letzten Satz über das Volkslied "Funiculi-Funicula" zum berauschenden Abschluss.


Vorarlberger Nachrichten, Fritz Jurmann, 22. August 2016

Ausflüge in Jazz und Blues peppen das klassische Original auf
Pianist Aaron Pilsan konzertiert mit Symphonieorchester Vorarlberg in Bregenz. Nach vier ausverkauften Vorstellungen von Mozarts „Don Giovanni“ war das Symphonieorchester Vorarlberg auch am letzten Festspielsonntag zu seiner traditionellen Matinee im Festspielhaus zu Gast. Es gab ein beglückendes Wiederhören mit dem jungen Pianisten Aaron Pilsan und eine vermutlich für viele neue Begegnung mit einem frühen Werk „Aus Italien“ von Richard Strauss.

….Die Streicher mit Konzertmeister Pawel Zalejski legten sich unter dem gleichmäßigen Puls von Dirigent Gérard Korsten sehr engagiert ins Zeug. Spritzig und pointiert aufspielend präsentierte sich das Orchester dann um Holzbläser und Hörner erweitert in Mozarts F-Dur-Klavierkonzert KV 449 und bereitete dem jungen Pianisten Aaron Pilsan den klingenden Boden für sein facettenreiches Spiel.

….für Gérard Korsten und sein Symphonieorchester Vorarlberg bot sich einmal mehr die Gelegenheit, das spielfreudige Engagement der Musiker und die Farbenpracht des heimischen Klangkörpers ins beste Licht zu rücken.


Schwäbische Zeitung, Katharina von Glasenapp, 23. August 2016

Pressestimmen Don Giovanni am 15. August 2016

DON GIOVANNI - von der Wollust des Gesanges
...Voraussetzung für den großen Erfolg dieser Produktion war
jedoch das hohe musikalische Niveau der Neuinszenierung. Der Deutsche Hartmut Keil – er kommt aus Frankfurt – setzt auf das "Dramma giocosa“. Schon bei der Einleitungs-Sequenz der Ouvertüre wird klar. Dieser Giovanni besitzt Drive, Tempo und Sperrigkeit. Dies wird auch voll vom Symphonieorchester Vorarlberg mitgetragen. Die Damen und Herren dieses sehr jungen Klangkörpers realisieren das schroffe Grundkonzept mit Vehemenz, in der letzten Szene ersetzen sie sogar den (eingesparten) Höllen-Chor und singen voll Inbrunst.


Online Merker, Peter Dusek, 18. August 2016

Der Wüstling wütet in der WG
<...Das ist der fast rundum überzeugenden Sängerbesetzung und dem ungemein spritzigen, beweglichen und auch dunkel raunendem Spiel des Symphnoieorchesters Vorarlberg zu danken. Wie auch im vergangenen Jahr leitet es Hartmut Keil: Er wählt schöne, im berühmten Duett Giovannis mit Zerlina überraschend langsame Tempi, lässt die Bläser herzhaft musikantisch aufspielen, führt die Streicher kammermusikalisch fein und doch mit Substanz und gestaltet die Rezitative am Hammerflüger mit viel Witz und Phantasie.

Schwäbische Zeitung, Katharina von Glasenapp, 17. August 2016

Pressestimmen Abo Konzert 5 am 30. April / 1. Mai 2016

In der Tradition immer wieder Neues entdecken – Das Symphonieorchester Vorarlberg überraschte mit faszinierenden Solisten und einer Rarität
Unter der Leitung von Ola Rudner standen neben Beethoven auch vergessene und selten zu hörende Kompositionen im Mittelpunkt. Wohl für viele im voll besetzten Saal war die Darbietung der Serenade für Tenor, Horn und Streichorchester, op. 31 von Benjamin Britten eine faszinierende Entdeckung. Noch dazu boten der Hornist Johannes Hinterholzer und der Tenor Allan Clayton eine Interpretation, die höchste Bewunderung verdient.
… Benjamin Britten ist immer wieder für Überraschungen gut, das war auch bei der aktuellen Produktion des Symphonieorchesters Vorarlberg zu erleben. […] Die außergewöhnliche Solobesetzung für Horn und Tenor mit Streichorchester bot die besten Voraussetzungen für eine sinnreiche Musik. …
… Zuerst zog der Hornist Johannes Hinterholzer mit seinem Solo auf dem Naturhorn die Zuhörenden in seinen Bann. […] Er beseelte jeden einzelnen Ton mit einer lebendigen Aussagekraft, mühelos und vielfarbig zelebrierte er auch die schwierigsten Intervallsprünge und formte mit einem voluminös abgerundeten und weichen Klang die musikalischen Gestalten. Selbstverständlich verfehlten auch in dieser Darbietung die erdhaften Töne und teilweise auch andere mikrotonale Feinheiten und Glissandi die Wirkung nicht. …
... In der Kommunikation von Johannes Hinterholzer mit dem Tenor Allan Clayton übertrafen sich die beiden, denn sie füllten die psychischen Zustandsbeschreibungen der einzelnen Lieder voll aus. […] Den dramatischen Höhepunkt erreichte die Interpretation im Grabgesang „Dirge“, den Allan Clayton solistisch und mit höchster Intensität anstimmte. ...
… Die Streicher des Symphonieorchesters Vorarlberg unter der Leitung von Ola Rudner spielten den Orchesterpart eindrücklich und transparent, sodass auch die ambivalenten Stimmungen, vielgestaltige Begleitfloskeln sowie kontrapunktisch geführte Passagen die Texte deuteten und den Solisten einen idealen Unterbau boten. …
… Franz Schrekers Kompositionen – lange fast vergessen – wurden in den vergangenen Jahren wieder öfters ins Licht gerückt. […] Das Symphonieorchester Vorarlberg spielte hervorragend die melodienreiche Musik und lotete piano geführte Linien in einer schönen Klangbalance aus. …
… Ola Rudner leitete das Symphonieorchester Vorarlberg mit klaren Gesten und in einem guten Kontakt zu den Musikern. Er verstand es, die feinsten Nuancen aus den Reihen des Orchesters zu holen. […] Die inspirierte und hochkonzentrierte Spielart bereicherte auch die Interpretation der vierten Symphonie von Ludwig van Beethoven, die vor allem von spannend dargebotenen Gegensätzen lebt. […] Anregende Bewegungsimpulse, hervorragende Soli der Klarinette und der Flöte sowie ungewöhnliche harmonische Fortschreibungen bleiben besonders in Erinnerung. …


KULTUR - Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft, Silvia Thurner, 1. Mai 2016

Auf zu neuen Gefilden
Zu Saisonende noch einmal ein Programm abseits von Mainstreamtauglichkeit tut gut […] SOV-Geschäftsführer Thomas Heißbauer hat diesen Spagat für das 5. Abo-Konzert […] gewagt und dazu mit dem Schweden Ola Rudner auch einen erst kürzlich in Dornbirn aufgetretenen Dirigenten debütieren lassen. Die Rechnung ist aufgegangen. Das Publikum bejubelte ein kaum bekanntes Werk der klassischen Moderne von Benjamin Britten als Höhepunkt des Abends. …
… Ola Rudner sorgt für musikalischen Witz, Verve, Dramatik und viel Feingefühl, gibt vom ersten Moment weg den Ton an und die Richtung vor. So überzeugend, dass man sich ein Wiedersehen mit ihm an diesem Pult wünschen würde. …
… Als Geiger ist Rudner selbst in der Schule des unvergessen Sándor Végh geformt worden und hat somit speziell für die Streicher die passenden Kniffe parat. Dies kommt zunächst Franz Schrekers Kammersymphonie für 23 Soloinstrumente (1916) zugute, bei der mehrere Solostreicher zusammen mit der sphärischen Flöte von Anja Nowotny-Baldauf einen wunderbar verträumten Klang entfalten. …
… […] das Hauptwerk des Abends, Benjamin Brittens Serenade op. 31 (1943), ein achtteiliges dichtes Klanggemälde […]. Bei der Umsetzung dieser Partitur leisten die beiden international tätigen Solisten in ihren exponierten Partien Großartiges. Der britische Tenor Allan Clayton ist mit der schlanken Höhe und hellen Kraft seiner hörbar an der uralten englischen Gesangstradition orientierten Stimme geradezu die Idealbesetzung, um mit großer Wortdeutlichkeit die manchmal barockumspielten Melodielinien im Volkston zu formen und damit jedem Lied seine besondere Stimmung zu vermitteln. …
… […] Johannes Hinterholzer bringt auf seinem Horn wirkungsvoll die Naturfarben ins Geschehen, besonders zu Beginn und am Ende hinter der Bühne am archaisch wirkenden Naturhorn. Er besticht durch exzellente Tongebung im engen Einvernehmen mit dem Orchester. …
… Nach der Pause Beethoven, seine Symphonie Nr. 4 B-Dur […]. In einer kammermusikalischen Besetzung mit nur 28 Streichern übt sich das Orchester in größtmöglicher Transparenz. Es wird aufeinander gehört, aufeinander reagiert, gemeinsam mit dem klar, aber ohne Showgehabe agierenden Dirigenten entwickelt man Schönheit und Brillanz des Klangs, Präzision im Zusammenspiel, die silbernen Klangflächen der Streicher und den fein gewobenen Klang im Holz. …


Vorarlberger Nachrichten, Fritz Jurmann, 2. Mai 2016

Staffelübergaben bei Beethoven
Hohe Ansprüche an die Ausführenden stelle die „Kammersinfonie für 23 Soloinstrumente“ von Franz Schreker, schreibt der maßgebliche Harenberg Konzertführer. […] unser Landesorchester wurde diesen Anforderungen in hohem Maße gerecht und stellt sich an diesem Abend in die Reihe erstklassiger Klangkörper. …
… Die Kammersinfonie von Franz Schreker also eröffnete das Programm. […] Das SOV unter dem Schwedischen Gastdirigenten Ola Rudner war den Schwierigkeiten der Partitur nicht nur gewachsen, es war darüber hinaus fähig zu einer überaus zartsinnigen Interpretation, die die aparten Klänge und die großen dynamischen Bögen auf das Schönste mit Leben erfüllte. …
… Benjamin Brittens „Serenade für Tenor, Horn und Streichorchester Opus 31“ […] Sechs Lieder, verschiedener Dichter, die alle irgendwie die dunkel-nächtlichen Seiten des Lebens behandeln, werden nicht nur begleitet von einem Horn. Der Hornist, hier der fabelhafte Johannes Hinterholzer, eröffnet und beschließt das Werk mit einem Satz – am Ende sogar von draußen. Einmal mehr kommen hier die unglaublichen Wirkungen, die die Naturtonreihe hat, zum Tragen, und deshalb und aus vielen anderen Gründen ist diese „Serenade“ ein so wertvolles Werk. …
… Vor allem wenn man einen Tenor von den Qualitäten Allan Claytons hat. […] Mit seinem roten Vollbart und Wuschelhaar scheint der Sänger direkt aus einem irischen Pub angereist, liest man aber seine Biografie und seine Agenda, so zeigt sich, dass er auf den besten Konzertpodien der Welt zu Hause ist. Und vermutlich dürfte sein ausdrucksstarker Gesang alle mitreißen. …
… […] nach der Pause mit Beethovens Vierter Sinfonie ein vordergründig gesehen leichtes Werk […], so bot das Sinfonieorchester Vorarlberg unter seinem Gastdirigenten Ola Rudner doch eine derart faszinierende Interpretation, dass der Saal von Anfang bis Ende unter Strom stand. Der schlanke Schwede […], legt Wert auf ein sehr durchhörbares Klangbild und eine große dynamische Bandbreite. ...
… Angeführt von der Konzertmeisterin Monika Schuhmayer vermochte das SOV all diesen Intentionen mühelos, mit mitreißendem Engagement und immer klangschön zu folgen. Leicht ist diese Symphonie nur scheinbar. Denn durch eine oft nahtlose Aufteilung der Thema in den verschiedenen Instrumentengruppen, ähnlich der Staffelübergaben im Sport, ist ein perfektes Zusammenspiel gefordert, das hervorragend gelang. Großer Jubel!


Neue Vorarlberger Tageszeitung, Anna Mika, 1. Mai 2016

Pressestimmen Abo Konzert 4 am 27./28. März 2016

Monumentale musikalische Stimmungsbilder – Das Symphonieorchester Vorarlberg und die Sopranistin Eva Mei erhielten begeisterte Zustimmung
Unter der Leitung von Gérard Korsten liefen die Musikerinnen und Musiker im Bregenzer Festspielhaus zur Hochform auf. Die Sopranistin Eva Mei beseelte die vier letzten Lieder von Richard Strauss. …

… Thomas Thurnher hat das Werk transparent instrumentiert und auf diese Weise emotionale Zustände gut dargestellt. […] Das Symphonieorchester Vorarlberg und Gerard Korsten boten eine durchdachte Werkdeutung. …

...Richard Strauss’ „Vier letzte Lieder“ sind Spätwerke des Komponisten und verströmen allein deshalb den Eindruck des Vergänglichen. Die Sopranistin Eva Mei, Partnerin des Dirigenten Gerard Korsten, interpretierte die Lieder mit einer schön abgerundeten Stimme und großer Intensität. Ihre noble Zurückhaltung unterstrich diesen Eindruck, denn Eva Mei gestikulierte wenig und strahlte viel innere Ruhe aus.

… Die chromatisch sinkende Linie in „Beim Schlafengehen“ deutete die Sopranistin überaus sinnlich und mit den großen Bögen „Im Abendrot“ zeichneten sie ein ausdrucksstarkes musikalisches Bild. Ideal ergänzte der Konzertmeister Pawel Zalejsky die Stimmung mit seinem Solo. Das SOV gestaltete den expressiven Orchesterpart feingliedrig und zog die Zuhörenden vor allem im Nachspiel mit einer bewundernswerten Pianokultur in seinen Bann…

…Zur Sache ging es im monumentalen Tongemälde von Edward Elgar. Mit seinem Werk „In the South –Alassio“, op. 50 setzte er der italienischen Stadt Alassio ein Denkmal. Ganz in der Manier eines aufbrausenden Richard Strauss wurde das Werk eröffnet, um dann vor allem in kammermusikalisch verwobenen Abschnitten seinen vollen Charme zu entfalten. Die Konzertouvertüre bot mit abenteuerlichen musikalischen Schilderungen auch den Blechbläsern ein Podium.

…Zum Abschluss gab es ein Großaufgebot mit Ottorino Respighis monumentalem, symphonischem Poem „Pini di Roma“. Der ohnehin große Orchesterapparat wurde mit sechs Schlagzeugern, Celesta, Klavier und Orgel ergänzt. Allein die riesige Besetzung setzte im Bregenzer Festspielhaus eine mitreißende Energie frei, die das Publikum unmittelbar zu spüren bekam. Dass die Orchestermusikerinnen und –musiker eine Freude mit dieser Musik hatten, war mitzuerleben, denn zahlreiche klangliche Effekte, ein vielfältiges Spiel mit harmonischen und modalen Farben, klangschön ausgebreitete musikalische Felder auf der einen Seite und wuchtige Klangtürme auf der anderen Seite sowie zum Schluss hin ein spannungsgeladenes, hervorragend modelliertes Orchestercrescendo gaben jedem einzelnen und allen gemeinsam die Möglichkeit, sich in Szene zu setzen.


KULTUR - Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft, Silvia Thurner, 29. März 2016


Ein besonderes SOV-Konzert
Er stand an diesem Abend, nach 20 Jahren als Dirigent, die letzten zehn als Chef, genau zum 500. Male vor seinem Symphonieorchester Vorarlberg. Äußeres Merkmal für eine starke innere Bindung zwischen Dirigenten und Orchester mit vielen großen Momenten wie bei diesem 4. Abo Konzert, wo Zustimmung und Begeisterung intensiv waren.

…Großes Welttheater bringt die bedeutende italienische Sopranistin Eva Mei ins Montforthaus. […] Mei legt Wehmut und Weltschmerz in die „Vier letzten Liedern“ von Richard Strauss, dringt mit tragendem Legato künstlerisch überhöht ins Zentrum der so genial vertonten Gedichte von Hesse und Eichendorff vor. Edler und inniger kann man sich das nicht vorstellen – zum Weinen schön und ein berührendes Exempel des Innehaltens und der Entschleunigung…

…Danach demonstrierten Gérard Korsten und die Seinen an zwei romantischen Kalibern, was diese Partnerschaft inzwischen wert ist, welcher Qualitätslevel daraus entstehen kann. […] durch die britische Brille Edward Elgars betrachtete Impression des italienischen Städtchens Alassio als Ergebnis eines Urlaubs 1904. Das Orchester legt los wie Hunde, die man von der Leine lässt, atemberaubend angetrieben vom Temperament des Dirigenten, risikoreich und brillant, letztlich doch auch voller Schönheit und Transparenz, etwas im Bratschensolo von Andreas Ticozzi…

…Nicht weniger eindrucksvoll […] Ottorino Respighis großes Klanggemälde „Pini di Roma“. Mit viel Brio beschreibt er in einer nochmals gesteigerten Monumentalbesetzung mit Schlagwerk, Orgel, Celesta, Klavier und zwei Harfen die Stimmungen: düster bei den Katakomben, in einer orgiastischen Entladung von rhythmischer Kraft und höchster Expressivität im Finale…

…Das SOV wächst unter Korsten über sich hinaus, in filigranen Linien profilieren sich die Solisten Jürgen Ellensohn, Ferntrompete, Alex Ladstätter, Klarinette, Einspringer Andrew Hale, Horn, und Eva Morillo, Englischhorn.


Vorarlberger Nachrichten, Fritz Jurmann, 29. März 2016


Melancholie und Impressionen aus dem Süden
…Das Abo Konzert des Symphonieorchesters Vorarlberg, das an den beiden Osterfeiertagen in Feldkirch und Bregenz gegeben wurde, fing auf feinsinnige Art den Geist der österlichen Zeit ein…

…Begonnen hat es mit einem Werk des Dornbirner Thomas Thurnher. Man kennt von ihm bereits einiges an ansprechender Chor- und Kammermusik, aber hier präsentierte er sich in einer Königsdisziplin – als Komponist eines Orchesterwerkes – und das mit Erfolg. Uraufgeführt wurde „Pour Camille“ bereits während Thurnhers Studium bei Herbert Willi. […] Thurnher hat sich von der Poesie Javors zu einem sehr komplexen Tongedicht inspirieren lassen. […] Das Werk gipfelt in einer Passacaglia, die den Hörer, die Hörerin in lichte Höhen führt. […] Thomas Thurnher ist es gelungen, den emotionalen Gehalt des Gedichtes spürbar zu machen, ohne in simpler Tonmalerei zu verharren. …

…Großartige Poesie, nämlich solche von Hermann Hesse und Joseph von Eichendorff, hat Richard Strauß für Lieder verwendet, die er kurz vor seinem Tod für großes Orchester und Sopranstimme schrieb – deren Titel „Vier letzte Lieder“ […] Als Solistin erlebte man einen Gast, den man sich schon lange hierher gewünscht hat: Weltstar Eva Mei…

…wundervolle Bögen in die Höhe, die Mei zu spannen wusste, die farbige Instrumentation des Orchesters oder das bezaubernde Violinsolo des Konzertmeisters Pavel Zalejsky. Und über allem die kultivierte, niemals brutale und kaum kitschige Partitur von Richard Strauss exquisit dargeboten vom SOV unter Korsten…


Neue Vorarlberger Tageszeitung, Anna Mika, 29. März 2016

Pressestimmen Abokonzert 3 am 16./17. Jänner 2016

Ein moderner „Rattenfänger“
So mag es wohl gewesen sein, als im fernen Hameln der legendäre Rattenfänger mit seiner Flöte die Kinder verzauberte. Der Franzose François Leleux tat dies am Samstag beim 3. Abo-Konzert des Symphonieorchesters Vorarlberg mit seiner Oboe, und da tanzte gleich ein ausverkauftes Montforthaus nach seiner Pfeife. …

… Vor allem die Bläser haben natürlich ihre helle Freude mit dem berühmten Kollegen, musizieren mit besonderer Lust und Laune. Etwa gleich in der sechssätzigen Serenade Nr. 1 in D-Dur, die Brahms als Vorstudie zu seiner ersten Symphonie auf den Spuren Haydns schrieb und die unter dem ausgreifenden Dirigat von Leleux über den Saal hereinbricht wie ein Tsunami, dass man fast das Atmen vergisst. Dennoch bleibt es eine bukolische Musik, mit wundervollen Bläsersoli, in denen sich zuvorderst Routinier Josef Sterlinger kieksfrei am ersten Horn, aber auch die führenden Pulte mit Anja Nowotny-Baldauf, Flöte, Heidrun Pflüger, Oboe, Martin Schelling, Klarinette, und Heidrun Wirth-Metzler, Fagott, profilieren. …

… Das Filetstück des Abends aber bildet dazwischen eine Preziose, in der Leleux seine angestammte Meisterschaft auf der Oboe ausgiebig demonstrieren kann. …

… Das […] Orchester trägt hier unter Konzertmeisterin Michaela Girardi besondere Mitverantwortung in der Begleitung, die makellos gelingt. Der Jubel des Publikums scheint grenzenlos und beruhigt sich erst nach einer mit großem Atem zelebrierten elegischen Arie aus Glucks „Orpheus und Eurydike“.

Vorarlberger Nachrichten, Fritz Jurmann, 19. Jänner 2016

Ein Faun geleitet durch den Abend
Wenn ein Mann auf eine sehr virtuose und stupende Art ein Blasinstrument spielt, so hat er immer etwas von einer Märchengestalt an sich: Da ist er vielleicht der „Faun“, wie ihn Stéphane Mallarmé beziehungsweise Claude Debussy geschaffen haben, oder er wird zum „Rattenfänger von Hameln“. Nun, François Leleux, der Solist und Dirigent des Abonnement-Konzertes des Symphonieorchesters Vorarlberg vom letzten Wochenende spielt nicht die Flöte wie die genannten Gestalten, sondern die Oboe. Aber er tut dies auf eine Weise, die alles hinwegfegt, was man bisher zu hören gewohnt war. Denn Johann Nepomuk Hummels „Introduktion, Thema und Variationen für Oboe und Orchester Opus 102“ raubt einem in der Interpretation durch Leleux den Atem: zuerst tanzend und galant, dann sich immer weiter steigernd, bis die Klangkaskaden den Saal wie ein Frühlingswind durchwirbeln. …

… In seiner Epoche der Virtuosen hat der Mozart-Schüler Hummel hier ein Werk geschaffen, das durch die Schönheit seiner Melodik überrascht, das aber dem Interpreten alles an Können abverlangt. François Leleux erfüllt diese Vorgaben nicht nur, er spielt mit ihnen in allergrößter Freiheit und Leichtigkeit und wird eben dadurch zum Magier, der sein Publikum verzaubert und es zu einem Jubelsturm hinreißt. …

… Der Musiker spielt aber an diesem Abend nicht nur die Oboe, sondern er dirigiert auch. Und er zaubert auch hier. Mit seiner charmanten und lebhaften Art bringt er das Symphonieorchester Vorarlberg mit seiner Konzertmeisterin Michaela Girardi aus Salzburg zu einem lichtdurchfluteten und flüssigen Spiel. …

Neue Vorarlberger Tageszeitung, Anna Mika, 19. Jänner 2016


Musikalische Leichtigkeit des Seins – Der Oboist und Dirigent Francois Leleux sowie das Symphonieorchester Vorarlberg boten ein erfrischendes Konzert
In Staunen versetzt wurde das Publikum beim dritten Abonnementkonzert des Symphonieorchester Vorarlberg im Bregenzer Festspielhaus. Der Oboist Francois Leleux zog als Solist und Dirigent in Personalunion die Zuhörenden in seinen Bann. …

… Die Spielart von Francois Leleux war faszinierend, denn er schien mit seinem Instrument eins zu sein. Unbeschwert nahm er sich viel Raum und ließ die Musik in einem guten Einverständnis mit den Musikerinnen und Musikern des Symphonieorchesters aufleben. Frenetisch war der Applaus nach dieser mitreißenden Werkdeutung, in der auch Pausen für Spannungsmomente sorgten. Aufmerksam gestaltete das SOV den Orchesterpart und unterstützte den Solisten sehr präsent. …

… Ebenso überzeugend trat Francois Leleux auch als Dirigent auf. Mit tänzerischem Duktus, ausladenden Gesten und prägnant leitete er das Symphonieorchester Vorarlberg. …

… Die Lust an der spritzigen Gestaltung und der Spaß mit feurig ausformulierten Themen und Motivgruppen waren den Orchestermusikerinnen und –musiker sowie dem Dirigenten bei der Deutung der ersten Symphonie von Georges Bizet anzumerken. …

… Es machte Spaß, bei diesem Spiel dabei zu sein und die erfrischend eingängige Musik zu hören. …

… In ausgelassener Stimmung und mit der Gewissheit, einen zugleich musikalisch inspirierenden und spieltechnisch höchst virtuosen Konzertabend erlebt zu haben, wurden zum Abschluss die Orchestermusiker und der elegante Charmeur Francois Leleux vom Publikum gefeiert.

KULTUR - Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft, Silvia Thurner, 18. Jänner 2016


Pressestimmen Abokonzert 2 am 4./6. Dezember 2015

Das Publikum feierte mit
Zum 30-Jahr-Jubiläum war gestern Abend im akustisch optimierten, ausverkauften Montforthaus alles ein bisschen feierlicher, im positiven Sinne auch aufgeregter als sonst. […] Das Symphonieorchester Vorarlberg zeigte sich in Spendierlaune qualitativ von seiner besten Seite. Auch Gérard Korsten, der am Pult sein eigenes Jubiläum als von seinen Musikern wie vom Publikum geliebter Chefdirigent seit zehn Jahren feierte, schien über sich selbst hinauszuwachsen. Und als sich nach dem begeisterten Schlussjubel noch ein (geplanter) Flashmob im Foyer formierte, wie man das von der virtuellen Gesellschaft kennt, da wurde die Verbrüderung zwischen dem Orchester und seinem treuen Publikum, wie sie schon seit Langem in den Köpfen existiert, endlich auch greifbare Wirklichkeit. …

… […] so spielt das mit über 80 Musikern groß besetzte Orchester an diesem Abend auch auf, bewältigt ein kräfteraubendes Programm mit Glanz und Glorie, als gälte es, Vorarlbergs Musikwelt aus den Angeln zu heben. Ein musikalisches Ereignis wird daraus allemal, nicht zuletzt auch dank des so feinsinnigen polnischen Konzertmeisters Pawel Zalejski […]. Er geigt diesmal mit seinem eigenen, bei der Schubertiade gefeierten Apollon-Musagète-Quartett zu viert auf. …

… Mit dem mitreißenden „Absolute Jest“ („Spaß“), das der Amerikaner John Adams (68) für diese Besetzung schrieb, hat man sich zwar ein schwieriges Stück Probenarbeit aufgehalst, aber mit der Aktualität des erst 2012 komponierten Werkes auch den eigenen Standpunkt eines in der Musik unserer Zeit verwurzelten, jungen Orchesters bestätigt. …

… Die inhaltliche Klammer im Programm ist die Rückbesinnung auf den tschechischen Romantiker Antonin Dvorák […]. Noch dazu gibt dies Gelegenheit, am Beginn seine 28 „Symphonischen Variationen“ aus der Vergessenheit zu holen. Das klingt am Anfang zwar noch etwas nach schulmäßigen Fingerübungen, verdichtet sich aber in fantasievollen Abwandlungen durch alle möglichen Stimmungen und Steigerungen in einer regelrecht gearbeiteten Fuge zu einem respektablen Orchesterwerk. Eine Entdeckung! …

… Gérard Korsten malt das Werk (Anm.: Symphonie Nr. 9) in kräftigen Farben und lässt das Orchester dabei zu einem gewaltigen, klangschönen Instrument erstrahlen. Die berühmte Heimweh-Melodie des Englischhorns im zweiten Satz (traumhaft: Giorgi Kalendarishvili) erhält bei ihm alle Zeit dieser Welt und rührt zu Tränen. Es sind auch Freudentränen dabei, dass Vorarlberg heute ein solches Orchester besitzt.

Vorarlberger Nachrichten, Fritz Jurmann, 27. Oktober 2015

Kleine Melodien ganz groß
… Die Entwicklung des heimischen Klangkörpers unter seinem Taktstock (Anm.: Gérard Korsten) ist schon seit einer Weile hör- und spürbar: Die „Dame“ SOV ist in die besten Jahre gekommen und glänzt mit opulenten Tönen. …

… Die gefährlich schlichte Tonfolge, die der Komponist in Anlehnung an ein Männerchorstück „Der Fiedler“ 28 Mal variierte, erschien immer wieder klein, dann plötzlich ganz groß, mal tänzerisch bodenständig, wanderte spitzbübisch durch mehrere Tonarten, wurde schwermütig und endete strahlend. Dirigent Korsten blieb im Gestus sehr zurückhaltend, vertraute auf das Zusammenspiel der einzelnen Stimmgruppen. …

… Großes Lob für die Konzertmeisterin Michaela Girardi die aus einer lauten, schnellen Passage heraus fein und schwermütig schwelgend wieder das Thema des Fiedlers aufgriff. …

… Wer Filmmusik oder sogenannte „Fusion Music“ mag, die viele Stilrichtungen miteinander verbindet, der liegt beim Amerikaner John Adams genau richtig. Die selten zu hörende symphonische Besetzung mit Streichquartett ist sehr speziell und spannend. …

… Dann klaute Adams ziemlich ungeniert aber gut bei Beet­hoven. Er schenkte dem Appollon Musagète Quartett hingebungsvolle Terzen, abgelöst von derart brachial virtuosen Geigenpassagen, die Pavel Zalejski und Bartosz Zachłod zu Luftsprüngen animierten. Paganini ließ grüßen. Alles in allem ein spaßiges Riesenwerk, mit fantastisch gespielten Blechbläserpassagen, gut gelungenen Übergängen und vier hervorragenden Solisten. …

… In Dvoráks „Neuer Welt“ wurde schließlich klar: Die Jubilare kennen die Kunst der Verführung. Hinsetzen, Augen zu und genießen. Man spürte, wie gut Korsten die Partitur kannte, indem er alle dynamischen Wechsel genau antizipierte. Giorgi Kalandarishvili rührte mit dem berühmten Englischhornsolo ans Herz. Und hier war er wieder, Dvoráks Zauber der kleinen Melodien. Die plötzlich ganz groß werden, sich sanft verwandeln und stets von Sehnsucht geprägt sind. Der Abend war eine bemerkenswerte Leistung. In Zeiten des Tonträger-Perfektionismus als Projektorchester so viele Konzerte zu meistern – und sich ein so treues, großes Publikum zu erhalten – das ist ebenfalls bemerkenswert.

Neue Vorarlberger Tageszeitung, Barbara Camenzind, 9. Dezember 2015

Zum Jubiläum in Feierlaune – Das Symphonieorchester Vorarlberg und Gérard Korsten nahmen im Fedkircher Montforthaus das Publikum in ihre Mitte
Mit Spielfreude und Elan trumpfte das Symphonieorchester Vorarlberg beim zweiten Abonnementkonzert auf. …

… Das polnische Streichquartett „Apollon Musagète“ mit dem Primgeiger Pawel Zalejski, der in den Reihen des SOV als Konzertmeister hoch geschätzt wird, stand im Mittelpunkt des Abends. …

… Von Pawel Zalejski gingen zahlreiche Impulse aus, die von den Quartettmusikern Bartosz Zachlod (Violine), Piotr Szumiel (Viola) und Piotr Skweres (Violoncello) aufgegriffen und vom Orchester weitergetragen wurden. Mit atemberaubender Spieltechnik und Freude am gemeinsamen Ausformen der motivischen Gestalten entwickelte sich der musikalische Fluss des Werkes feinsinnig und zugleich energiegeladen. …

… Über die rhythmischen Klippen führte Gérard Korsten die Musiker mit seinem prägnanten Dirigat. …

… Es schien, als hätten die Orchestermusiker und Gérard Korsten die Energien in der Werkdeutung von Dvořáks neunter Symphonie ganz besonders gebündelt. Mit klarem Duktus und leidenschaftlich bewegt erklang die Musik. Die kantigen Linienführungen und die straffen Phrasierungen in den Ecksätzen verliehen dem Werk eine große Stringenz. …

… Sympathisch war die Art, wie das SOV das Publikum zum Mitfeiern einlud. Die Musiker nahmen die Zuhörenden in ihre Mitte, spielten im Foyer auf und das SOV spendierte überdies einen Umtrunk für alle.

KULTUR - Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft, Silvia Thurner, 7. Dezember 2015

Pressestimmen Abokonzert 1 am 24./25. Oktober 2015

Bewährtes im neuen, atemberaubenden Gewand
Das Jubiläum zum 30-jährigen Bestehen des Symphonieorchesters Vorarlberg hat bereits beim Saisonstart am Wochenende mit praktisch ausgebuchten Konzerten in Feldkirch und Bregenz seine Spuren hinterlassen. Es gab zum Auftakt Klassisch-Romantisches in atemberaubenden Versionen, die dem Dirigenten Hans Graf zu danken sind. Mit seiner Kompetenz hat er gleich bei seinem Debüt am Pult des SOV Musiker und Publikum erobert, in schönstem Einvernehmen mit dem Wiener Pianisten Till Fellner. …

… Es bedarf für ihn keines Drills, keiner großen Gesten mehr, um die Leistungen des Orchesters auf höchstem Level abzurufen. Die Frische der Gedankenerfindung, der ungenierte Umgang mit Tempi, der geschärfte Blick auf gerne übersehene kleine Wendungen sind es, die im gegenseitigen Geben und Nehmen auf die über 200 Jahre alten Werke wie eine Verjüngungskur wirken. Und man attestiert beglückt, wie aktuell und auf der Höhe der Zeit „unser“ Orchester unter solcher Anleitung mit Tradition umzugehen versteht. Eines Sinnes damit gesellt sich als Solist der Pianist Till Fellner hinzu […] …

Vorarlberger Nachrichten, Fritz Jurmann, 27. Oktober 2015

Glanzlicht mit der Kunst des Anschlags
Am gestrigen Nationalfeiertag wurde dem Symphonieorchester Vorarlberg (SOV) die Ehre zuteil, bei der Expo Milano 2015 Österreich zu vertreten. Mit demselben Programm bestritt es am Wochenende zuvor seine beiden Abo-Konzerte in Feldkirch und Bregenz. Dieses war sinnvollerweise sehr österreichisch gefärbt, vermied aber peinlichst jegliches Klischee. Vielmehr spielte das SOV Werke, die nicht zu den bekannten Höhepunkten der Gattung zählen. Sehr gelungen ist dieser Programmansatz bei Beethovens Drittem Klavierkonzert, dem der Star-Interpret Till Fellner das Glanzlicht aufsetzte. …

… Das SOV mit der Konzertmeisterin Monika Schuhmayer unter dem Dirigat des eleganten Hans Graf bezauberte einmal mehr mit seiner äußerst lebendigen Musizierweise. …

Neue Vorarlberger Tageszeitung, Anna Mika, 27. Oktober 2015

Ein Markstein in der Orchestergeschichte – Mit dem Pianisten Till Fellner und dem Dirigenten Hans Graf wuchs das Symphonieorchester Vorarlberg über sich selbst hinaus
Den neuen Abonnementzyklus eröffnete das Symphonieorchester Vorarlberg im Bregenzer Festspielhaus mit einem Paukenschlag. Die Musikerinnen und Musiker wuchsen an diesem Abend über sich selbst hinaus. So homogen und mit einem gemeinsamen Atem war das Orchester schon lange nicht mehr zu erleben. Und überdies musizierte der charismatische Pianist Till Fellner mit dem SOV. Bescheiden, aber höchst versiert leitete Hans Graf das Orchester und bescherte dem Publikum ein Konzert, das nur mit Superlativen beschrieben werden kann. …

Till Fellner […] ist ein charismatischer Musiker, das war auch bei seinem Auftritt im Bregenzer Festspielhaus unmittelbar und intensiv spürbar. Ganz ohne Allüren, nur auf die musikalischen Gestalten konzentriert, mit einer atemberaubenden Spieltechnik und einer wunderbar differenzierten Anschlagskultur sowie mit ausgelassener Spielfreude und feinsinnigem Humor modellierte Till Fellner die Musik bis in die kleinsten Fasern hinein. …

… Hans Graf dirigierte sehr klar und elegant, er brauchte keine ausladenden Gesten, denn geradewegs wurde offensichtlich, dass er ganz genau wusste, was er in jedem einzelnen Moment wollte. Diese Klarheit vermittelte er auch den Musikerinnen und Musiker.

KULTUR - Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft, Silvia Thurner, 26. Oktober 2015

Schüler- und Familienkonzert „Musiknotruf 443" – 25. bzw. 26. September 2015

An der kurzen Leine völlig frei
Die Aufforderung zum Mitklatschen oder auch zum Mittanzen hat man bei Konzerten mit einem klassischen Programm vielleicht schon erlebt, aber den Rhythmus konkret vorgeben, mitatmen, aufstehen und die Gefühle, die Musik auszulösen vermag, direkt bzw. unmittelbar erfahren bis hin zu den Tränen in den Augen? Jene Schüler, die gestern das Bregenzer Festspielhaus füllten, durften das alles und noch viel mehr. …

… Genau genommen hat man die über tausend Besucher am Geschehen teilnehmen und teilhaben lassen. …

… Während sich die Freunde des Symphonieorchesters Vorarlberg vielleicht auch dabei amüsieren, wie sich ihre Orchestermitglieder unterweisen lassen, nehmen die Beobachter des regionalen Musikgeschehens erfreut zur Kenntnis, dass Musikvermittlung nicht nur ernst genommen, sondern mit entsprechendem Aufwand höchst professionell und mit viel Freude umgesetzt wird.

Vorarlberger Nachrichten, Christa Dietrich, 26. September 2015

Flinke Flunke mit Ohrenzeugen
… dies war ein neuer Fall für die Kommissarin Flunke, der „Musiknotruf 443“. Sie hatte es nun mit einem Orchester zu tun, dem Symphonieorchester Vorarlberg (SOV). Dieses hat sich mit dem neuen Geschäftsführer Thomas Heißbauer vorgenommen, noch mehr Musikvermittlung für Kinder und Jugendliche anzubieten. …
Neue Vorarlberger Tageszeitung, Anna Mika, 29. September 2015

Ein Nest von Falschspielern entdeckte, worauf es ankommt
Mit Tänzen, einem Walzer und einer Polka führten das Symphonieorchester Vorarlberg, die Kommissarin Flunke (Lilian Genn) und der Trompeter Herr Quatschinski (Stefan Dünser) großen und kleinen Ohrenzeugen vor, wie ein Orchester funktioniert und was das Musizieren im Inneren zusammenhält. Begeistert folgten die Konzertbesucher im Vinomnasaal in Rankweil der Aufführung von Dvoraks slawischem und ungarischem Tanz, dem „Valse triste“ von Sibelius sowie der Polka „Ohne Sorgen“ von Josef Strauss und erlebten eine bereichernde Stunde Musik. …

… Mit begeistertem Applaus bedankte sich das Publikum. Auf die nächste Aufführung eines Familienkonzertes mit dem Symphonieorchester Vorarlberg darf man sich jetzt schon freuen, vor allem auch deshalb, weil sich in den Reihen der Orchestermusiker zahlreiche hervorragend musizierende Schauspielerinnen und Schauspieler finden.

KULTUR, Silvia Thurner, 27. September 2015


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