Symphonieorchester Vorarlberg
 

Oper

Vorarlberger Landestheater, SOV-ABO-Termine zur Auswahl:
So 3. Februar 2019, 16.00 Uhr
Di 5. Februar 2019, 19.30 Uhr Buszubringer
Fr 15. Februar 2019, 19.30 Uhr
So 24. Februar 2019, 16.00 Uhr
Karsten Januschke • Dirigent
Henry Arnold • Regie
Ludwig van Beethoven • Fidelio

Insgesamt 10 Vorstellungen in Kooperation mit dem Vorarlberger Landestheater


DIE FREIHEITSOPER BEETHOVES

Ludwig van Beethoven war ein überzeugter Anhänger der Ideale der Französischen Revolution – Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Er wünschte sich eine republikanische ­Verfassung. Und »alle echte Kunst« war für ihn »moralischer Fortschritt«. »Fidelio« ist Beethovens einzige Oper. Ein Stück, welches als Prototyp der »Befreiungsoper« gilt. Ein Stück, stilisiert zum »Hohelied der Gattenliebe«. Ein erratischer Block klassischen Musiktheaters, voll mit großer Musik.

Das Finale nimmt den Verbrüderungstaumel der neunten Sympho­nie vorweg. Fernando, der Minister, befreit Florestan und die anderen Gefangenen. Fernando, der Bruder, der seine Brüder sucht. Leonore, die Retterin des Gatten, die Aufdeckerin, wird gefeiert – aber wird nicht eher Florestan gefeiert? »Wer ein solches Weib errungen …« Und darf man gestehen, dass einem dieses Finale ein wenig sehr pathetisch, ja militant in den Ohren klingt? Wie auch die »Ode an die Freude«? Man darf. Dazu passt, dass Beethoven in dem Moment, als Leonore die Ketten des Gatten löst – »O Gott, welch ein Augenblick« – auf seine 1790 entstandene Kantate auf den Tod des Reformkaisers Joseph II. zurückgreift. Die Revolution kommt vom Thron. Oder sie führt dorthin zurück. Der revolutionäre Prozess endete bekanntlich mit der Kaiserkrönung Napoleons, sehr zum Ärger Beethovens. Noch jede Revolution hat ihre Kinder gefressen. Oder, mit Georg Kaiser gesagt: »Revolution ist: Der Besitz wechselt die Taschen.« Die Befreiungschöre im Marschtritt waren freilich um 1810 noch nicht als Parteitagsmusik totalitärer Regimes missbraucht worden. Bei allen Reflexionen, Konzeptionen und Interpretationen bleibt die Tatsache bestehen, dass Beethoven ein Hohelied menschlicher Freiheit schaffen wollte und es mit seinen Mitteln auch getan hat. Die Absicht ist lauter, edel und gut.


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