Konzert 1
Das damals beste Orchester Europas, ursprünglich aus Mannheim, war am Münchener Hof, als Mozart 1781 dort seine Oper Idomeneo uraufführte. Da auch die Tanztruppe als hervorragend galt, tobte er sich aus und komponierte für das heitere Ende seine bedeutendste Ballettmusik, reich an Kontrasten, reich an Emotionen und mit rasend schnellem Finale. Die Noten waren – wie damals üblich – keine Fremdvergabe, sondern sie stammten direkt aus des Meisters Feder.
Die Stille ist es, aus der heraus sich in Herbert Willi Musik entwickelt. Der 1956 geborene Vorarlberger Komponist beschreibt: »Etwas vom Schönsten für mich ist es, eine Landschaft zu durchwandern, um zu sehen, wie klingt es in ihr, um zu sehen, was klingt in mir, was bringt diese Landschaft in mir zum Klingen«. Die heimatlichen Berge sind dafür perfekt geeignet und so stammt das Klarinettenkonzert, ein Auftragswerk für die Salzburger Festspiele anläßlich des Mozart-Jubiläumsjahrs 2006, aus dem Zyklus Montafon. Der Titel ego eimi bedeutet »ich bin dort, wo du auch bist«. Wundervolle Klarinettensoli sind zu erleben und das große Orchester bietet mit vielfältigem Schlagwerk, mit Englischhorn und Harfe jazzige Klänge, tänzerischen Schwung und lyrische Momente. »Freude weht durch das ganze Stück«, fasst es Willi in Worte. Seine Werke waren in der New Yorker Carnegie Hall, der Royal Albert Hall London, dem Wiener Musikverein und in der Suntory Hall Tokio zu hören und lagen auf den Pulten von Claudio Abbado, Christoph von Dohnányi, Riccardo Muti, Seiji Ozawa, Kirill Petrenko und Gustavo Dudamel.
Franz Schubert erreichte 1825 mit der Großen den Höhepunkt seines symphonischen Schaffens. Nach jahrelangem Ringen war sie da: mit unerschöpflichem rhythmischen Schwung, fließenden Melodien, einem leidenschaftlichen Feuerwerk im Finale und einer kleinen Erinnerung an die Ode an die Freude. Das grandios Monumentale ist erst bei Anton Bruckner und Gustav Mahler wieder zu erleben. In der Kritik zur Uraufführung wurde »der große Reichtum an schönen interessanten Motiven« gelobt, »die kunstvolle Behandlung … derselben, und besonders die vortreffliche Instrumentierung, es sind Instrumentaleffekte in dieser Symphonie, wie wir sie nirgends noch schöner gehört haben.«
Das Rahmenprogramm beginnt 1 Stunde vor Konzertbeginn!