Konzert 3
Das Künstlerpaar Robert und Clara Schumann gilt als das bekannteste der romantischen Epoche. Für den Komponisten war es nicht immer einfach, eine begnadete Pianistin an seiner Seite zu wissen, die noch dazu für ein stabiles Einkommen sorgte. 1850 gab es die Chance auf einen Neustart. Begeistert wurde die Familie in Düsseldorf empfangen, wo sich für Schumann endlich der Wunsch nach einer festen Stelle erfüllte. Als Städtischer Musikdirektor schrieb er voller Enthusiasmus in nur zwei Wochen das Concertstück für Violoncell mit Begleitung des Orchesters. Die drei Sätze gehen pausenlos ineinander über und präsentieren eine Fülle an Emotionen, was eine große Freiheit in der Interpretation erlaubt. Das Konzert ist eine virtuose Herausforderung, waghalsige und rasante Läufe und Sprünge über sämtliche Grifflagen des Cellos wechseln sich mit lyrisch-fließender Klanginnigkeit ab und münden in ein temperamentvolles Finale. Clara notierte begeistert in ihrem Tagebuch: »Die Romantik, der Schwung, die Frische und der Humor … von welchem Wohlklang und tiefer Empfindung sind alle die Gesangsstellen darin!«
Antonín Dvořáks Symphonie Aus der Neuen Welt sprüht vor musikalischen Einfällen. Der böhmische Komponist wurde als Direktor und Lehrer ans New Yorker Konservatorium geholt, um der jungen Nation zu helfen: »Die Amerikaner erwarten große Dinge von mir, vor allem soll ich ihnen den Weg ins gelobte Land einer neuen eigenständigen Kunst weisen, kurz, eine Nationalmusik schaffen! Wenn das kleine tschechische Volk solche Musik habe, warum sollten sie sie nicht haben, wenn doch Land und Volk so riesig sind«, konstatierte er nicht ohne Ironie.
Dvořák ließ sich von Spirituals und der Kultur der indigenen Völker inspirieren, deren Eigenheiten auch in den Liedern seiner Heimat zu finden sind. Das romantische Meisterwerk umfasst die Weite der Prärie und die Sehnsucht nach Böhmen. Wer einmal die berührende Melodie des Englischhorns im zweiten Satz gehört hat, kann sie nie wieder vergessen. Amerikanisch und zugleich tschechisch – das gelang nur Dvořák. Seine Neunte ist seit der 1893 frenetisch gefeierten Uraufführung in der neu erbauten Carnegie Hall ein Klassikhit, den Astronaut Neil Armstrong mit auf den Mond nahm.