Konzert 5
Richard Wagners Siegfried-Idyll ist ein zärtliches Geburtstagsständchen für seine Frau Cosima zum 33. Geburtstag im Dezember 1870 – anlässlich der Geburt des gemeinsamen Sohnes Siegfried, genannt Fidi. Die Widmung lautet: »Tribschener Idyll mit Fidi-Vogelgesang und Orange-Sonnenaufgang« und wurde im breiten Treppenhaus im Landhaus bei Luzern am Vierwaldstättersee uraufgeführt. Wagner übernahm kunstvoll verschiedene Leitmotive aus der Oper Siegfried. Das heiter gelöste Idyll gilt als eine seiner schönsten Orchesterkompositionen.
Auf dem Horn, dem Markenzeichen des Opern-Siegfrieds, hat der Vater von Richard Strauss brilliert. Er war der berühmteste Waldhornvirtuose des 19. Jahrhunderts und seinem Sohn das romantisch klingende Instrument deshalb vertraut. Der bayerische Komponist schrieb früh sein 1. Hornkonzert. 60 Jahre später folgte als Reminiszenz das 2. Hornkonzert, das 1943 bei den Salzburger Festspielen von den Wiener Philharmonikern unter Karl Böhm uraufgeführt wurde. Das vollendet schöne Meisterwerk zeichnet sich durch schlichte elegante Anmut sowie übermütige Virtuosität aus und zählt zu Strauss’ beliebtesten Konzerten.
Die märchenhafte mittelalterliche Sage von der Liebe des Ritters Raimund zur schönen Meerjungfrau Melusine wandelte Felix Mendelssohn Bartholdy in eine berührende Konzertouvertüre, in ein atmosphärisches Stimmungsbild von inniger Poesie. Die schöne Melusine entstand 1833 | 34, ein Opernbesuch gab den Anstoß, sich diesem Stoff zu widmen. »Es klingt himmlisch, süß und leidenschaftlich«, schrieb ein Freund nach der Uraufführung in London. Musikalisch kontrastiert von kräftigen dramatischen Einbrüchen entführen zarte wogende Wellen in eine zauberische Wasserwelt, in die Melusine schließlich zurückkehren muss und die Wagner im Rheingold-Vorspiel inspirierten.
Wolfgang Amadeus Mozarts festliche und fröhliche Symphonie in C-Dur von 1780 war die letzte, die in seiner Geburtsstadt Salzburg – er war dort Hofmusiker – entstand. Majestätisch und feierlich tönt der erste Satz mit Fanfaren und Marsch-Rhythmen, doch es gibt auch leise und nachdenkliche Momente, wie Licht und Schatten. Die folgende Ruhe überrascht mit melodischer Stärke und wandelt sich im Finale in eine mitreißende süditalienische Tarantella.