texte & töne
Anfang November: das ist die beste Zeit, um neue Musik und Literatur in und aus Vorarlberg live kennen zu lernen! Wie jedes Jahr veranstaltet das SOV gemeinsam mit dem Ensemble plus, dem ORF Vorarlberg und dem Literaturhaus Vorarlberg das Festival texte & töne, das am 9. November im ORF-Funkhaus in Dornbirn stattfindet. Startschuss ist um 15.00 Uhr, das Ensemble plus gibt in 3 Konzerten und den verschiedensten Besetzungen neue und allerneueste Werke meist anwesender Komponist|innen zum Besten, um 20.00 Uhr hat das SOV seinen großen Auftritt, danach kommen als „Drüberstreuer“ für den späten Abend noch zwei weitere großartige Programmpunkte.
Das Literaturhaus Vorarlberg entsendet 4 Autor|innen, um die Musik mit ihren Texten aufzulockern und zu ergänzen, und das bewährte Moderatorinnen-Team Eva Teimel und Jasmin Ölz-Barnay führt nicht nur durchs Programm, sondern lässt auch alle Künstler|innen vorab zu Wort kommen.
Rundum gut versorgt wird das Publikum also mit Informationen, musikalischen und literarischen Erlebnissen, und darf sich selbst aussuchen, wann es kommen oder gehen möchte. Die Türen sind immer geöffnet, für Kulinarik vor dem Konzertsaal ist gesorgt, und: der Eintritt ist frei!
SOV mit Auftragskomposition an Monthati Masebe
Bei Dirigent Xandi van Dijk laufen in diesem Jahr viele Fäden zusammen: schon im Vorjahr hat er ein Stück eines Landsmannes, nämlich des Südafrikaners Mokale Koapeng dirigiert, in diesem Jahr hat er eine Komponistin aus Südafrika für den SOV-Kompositionsauftrag vorgeschlagen: Monthati Masebe. Ihr Werk – Ancestral Intelligence – wird am 9. November erstmals erklingen. Die Klangkünstlerin, die sich auch als Heilerin bezeichnet, möchte indigene mit westlichen Klängen vereinen. In ihrem neuen Werk würdigt sie uralte südafrikanische Kosmologien und Gottheiten.
Einen weiteren Anknüpfungspunkt findet Xandi van Dijk bei Sara Glojnarić: die kroatische Komponistin hat ihr Werk EVERYTHING, ALWAYS für das Münchener Kammerorchester geschrieben, welches auch van Dijks „Orchesterheimat“ ist. In EVERYTHING, ALWAYS hören wir mit Hilfe eines Tapes in den Kopf der Komponistin hinein, der beim Komponieren unendlich viele und witzige Ideen durch den Kopf gehen. Glojnarić fühlt sich (hörbar) aber auch im Pop-Business zuhause und erforscht „akustische Phänomene, die in der Popmusik existieren“. Diese Forschungsergebnisse sind in einer weiteren Komposition zu hören: sugarcoating.
Ein weiterer Höhepunkt wird die Musik für Violine solo, Streichorchester und Schlagzeug des in Innsbruck geborenen, in Wien und Salzburg lehrenden, renommierten Komponisten Johannes Maria Staud. Ausgehend von seinem Stück Towards a Brighter Hue von 2004 für Solovioline hat er 10 Jahre später dem Werk eine Frischzellenkur und ein Streichorchester verpasst, und Oskar war geboren. – Die Solistin in diesem „Violinkonzert“ ist Triin Ruubel, vielfältige estnische Geigerin mit einem sehr direkten Faden zum Dirigenten: sie ist seine Schwägerin.
Ensemble plus
7 Uraufführungen werden wir vom Ensemble plus hören, so viele, wie bei noch keinem texte & töne festival. Die Litauerin Juta Pranulytė, die seit einem Jahr in Bregenz zuhause ist, steuert zwei Kompositionen bei und hat Anna Maly vorgeschlagen, die das eröffnende Werk für Bratsche solo – und Ensemble plus-Leiter (und Festival-Kurator) Guy Speyers – schreibt. Wolfram Schurig ist mit einem Werk für Solofagott dabei, Nikolaus Brass hat für die Lieblingsbesetzung des Ensemble plus geschrieben: Streichtrio mit Flöte, Klarinette und Trompete. Titel: Im Tal. Martin Ritter ist eine Vorarlberger Neuentdeckung, Gerald Futscher vertont Gedichte seines Bruders Christian und es steht – als Anklang an das Programm des SOV und keine Uraufführung – ein Werk für kleinere Besetzung von Johannes Maria Staud auf dem Programm: Configurations/Reflet. Das meditative Stück Golden Hour von Amy Crankshaw ist dann wiederum eine österreichische Erstaufführung.
Die späte Stunde gehört traditionellerweise einem jungen Talent aus dem Jazz- oder Popbereich, und für die Late Night bei texte & töne bekommt in diesem Jahr der Bregenzer mit HMBC-Vergangenheit, Andreas Broger, einen Kompositionsauftrag. Damit möchte das Ensemble plus es auch Improvisationskünstlern schmackhaft machen, Noten aufs Papier zu schreiben, um damit die Wiederholbarkeit desselben zu gewährleisten.
Literaturhaus Vorarlberg
In diesem Jahr tritt die Dachorganisation der literatur:vorarlberg in den Vordergrund: das Literaturhaus Vorarlberg entsendet vier Autor|innen mit und ohne Vorarlberg-Bezug. Christian Futscher und Verena Roßbacher, bekannte Größen im Ländle, werden aus ihren aktuellen Werken „Der Erbsenjongleur“ und „Mon chéri und unsere demolierten Seelen“ lesen.
An neuen Stimmen aus der Literaturszene darf es natürlich auch nicht fehlen und so liest der Deutsche Luca Kieser aus seinem neuen Werk „Pink Elephant“, in dem er über Freundschaft, Zugehörigkeit und unsichtbare Grenzen in der Gesellschaft schreibt und, auch zu später Stunde, wird Sie der Bachmann-Publikumspreisträger Martin Piekar mit seiner Lyrik überraschen.
festival texte & töne 24 – Programm
15:00 Eröffnung
15:05 Anna Maly – Morphomie Nr. 2 (UA)
Guy Speyers
15:20 Juta Pranulytė – PANTONE 702c and some other tones
Michaela Girardi, Anita Martinek, Guy Speyers, Jessica Kuhn
15:30 Juta Pranulytė – meow-mouth (UA)
Lorenzo Orsenigo
15:35 Christian Futscher
16:00 Wolfram Schurig – Schreiten (Modes of Locomotion #1) (UA)
Noah Schurig
16:15 Amy Crankshaw – Golden Hour (ÖEA)
Dirigent: Thomas Gertner
Michaela Girardi, Jessica Kuhn, Anja Nowotny-Baldauf, Hauke Kohlmorgen,
Martin Gallez, Bertram Brugger
Pause
17:00 Johannes Maria Staud – Configurations/Reflet
Dirigent: Thomas Gertner
Michaela Girardi, Anita Martinek, Guy Speyers, Jessica Kuhn,
Adrian Buzac, Hauke Kohlmorgen, Heidrun Wirth-Metzler, Christoph Ellensohn
17:15 Luca Kieser
17:35 Nikolaus Brass – Im Tal (Tag und Traum 1) (UA)
Dirigent: Thomas Gertner
Michaela Girardi, Guy Speyers, Jessica Kuhn,
Anja Nowotny-Baldauf, Hauke Kohlmorgen, Roché Jenny
Pause
18:30 Martin Ritter – unpending (permanent temporary state) (UA)
Dirigent: Thomas Gertner
Michaela Girardi, Anita Martinek, Guy Speyers, Jessica Kuhn, Nikolaus Feinig-Hartmann,
Anja Nowotny-Baldauf, Hauke Kohlmorgen, Christoph Ellensohn, Severin Keller, Roché Jenny,
Martin Gallez, Bertram Brugger
18:50 Verena Roßbacher
19:10 Gerald Futscher – 5 Lieder nach Gedichten von Christian Futscher (UA)
Dirigent: Thomas Gertner, Sopran: Christie Finn
Michaela Girardi, Anita Martinek, Guy Speyers, Jessica Kuhn, Nikolaus Feinig-Hartmann
Anja Nowotny-Baldauf, Hauke Kohlmorgen, Heidrun Wirth-Metzler
Roché Jenny, Christoph Ellensohn, Martin Gallez, Bertram Brugger
Pause
20:00 Symphonieorchester Vorarlberg
Dirigent: Xandi Van Dijk
Sara Glojnarić – sugarcoating (v2.0)
Monthati Masebe – Ancestral Intelligence (UA)
Johannes Maria Staud – Oskar (Towards a Brighter Hue II)
Violine: Triin Ruubel
Sara Glojnarić – EVERYTHING, ALWAYS (ÖEA)
Pause
21:45 Martin Piekar
22:00 Andreas Broger – Gratitude (UA)
Andreas Broger, Michaela Girardi, Guy Speyers, Jessica Kuhn, Nikolaus Feinig-Hartman
Heidrun Wirth-Metzler, Hauke Kohlmorgen, Anja Nowotny-Baldauf, Christoph Ellensohn,
Thomas Gertner, Martin Gallez, Bertram Brugger
Eintritt frei!
Festivalbeginn: 15.00 Uhr