Ausblick: JEPHTHA – Szenisches Oratorium von G. F. Händel

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Die Verzweiflung vor der Schlacht ist es, die den Feldherren Jephtha ein Gelübde vor Gott ablegen lässt: Sollte er mit seinem Heer über seinen Gegner Ammon siegen, so wolle er opfern, was ihm nach der Rückkehr zuerst aus seinem Haus entgegentrete. Er gewinnt die Schlacht, kehrt heim – und es ist seine Tochter Iphis, die ihn freudig tanzend begrüßt.

Jephtha ist innerlich zerrissen, eine tragische Figur in tiefstem menschlichen Konflikt, gespalten in seiner Liebe zu Gott und der zum eigenen Kind. Die ungeheure emotionale Ausdruckskraft der Händelschen Musik und die philosophische Tiefe der alttestamentarischen Geschichte, der Thomas Morells Libretto eine neue Wendung verleiht, machen Jephtha so bewegend, kraftvoll und intensiv.

Händels letztes neu geschriebenes Oratorium stand schon im vorigen Jahr auf dem Spielplan des Vorarlberger Landestheaters und musste pandemiebedingt verschoben werden. Damals konnte bis zu einer nur für Journalist|innen geöffneten – und bejubelten – Generalprobe gearbeitet werden. Das Thema des Werkes ist dem Regisseur Stefan Otteni ein besonderes Anliegen: Bei Theaterprojekten im Nordirak hat er sich der Frage, wie weit Glaube gehen darf, auf unterschiedlichste Weise genähert – durch Gespräche mit der Bevölkerung und Beteiligten ebenso wie durch intensive künstlerische Auseinandersetzung.

»Horror! Confusion! Harsh this music grates
Upon my tasteless ears. – Be gone my child,
Thou hast undone thy father. – Fly, be gone,
And leave me to the rack of wild despair.«

»Grauen, Entsetzen! Grässlich tönt dies Lied
in mein betäubtes Ohr. Zurück, mein Kind,
dein Vater ist vernichtet. Flieh, hinweg,
und lass mich in Verzweiflung untergeh’n!«

 

JEPHTHA
Termine für Abonnent|innen des SOV:
Dienstag, 15. März 2022, 19.30 Uhr, Vorarlberger Landestheater
Mittwoch, 23. März 2022, 19.30 Uhr, Vorarlberger Landestheater
Montag, 28. März 2022, 19.30 Uhr, Vorarlberger Landestheater
Sonntag, 3. April 2022, 16.00 Uhr, Vorarlberger Landestheater

weitere Termine: www.landestheater.org

Dirigent: Heinz Ferlesch, Michael Schneider
Regie: Stefan Otteni
Ausstattung: Ayşe Gülsüm Özel
Bregenzer Festspielchor, Einstudierung: Benjamin Lack

Dauer: ca. 2 Stunden (keine Pause)