Jeden ersten Samstag im November findet das texte & töne festival statt, welches seit nunmehr zehn Jahren das SOV gemeinsam mit dem Ensemble plus, dem ORF Vorarlberg und der literatur:vorarlberg ausrichtet. Am 4. November geht dieses Festival für ganz aktuelle Musik und Literatur aus Vorarlberg – aber auch von weiter her! – im ORF-Funkhaus in Dornbirn über die gut ausgestattete Bühne und wird dort auch gleich aufgenommen. Sendungen auf ORF Radio Vorarlberg und auf Ö1 speisen sich aus diesen Aufnahmen. Durch das Programm führen Jasmin Ölz-Barnay, ORF Vorarlberg, und Eva Teimel von Ö1, und die beiden werden außerdem mit den Komponist|innen und Literat|innen vor dem jeweiligen Auftritt kurze Gespräche führen, und so Einblicke in die Werke gewähren.
Das Festival beginnt um 15.00 Uhr und dauert bis gegen 23.00 Uhr. Um diesen Marathon zu bewältigen, müssen alle Mitwirkenden vor und hinter den Kulissen fit und gut vorbereitet sein. Die Zuhörer|innen dürfen selbst wählen, was und wie viel sie hören und sehen, fühlen und erfahren möchten. Für Stärkung vorm Konzertsaal ist gesorgt und Sie können selbst wählen, wann Sie kommen oder gehen oder wiederkommen möchten. – Und wenn Sie sich eine Einführung wünschen und schon vorab ins Programm reinhören oder einige Komponisten hören möchten: ab 31. 10. ist der Podcast SOV zum REINHÖREN online. Und natürlich: der Eintritt ist frei!
Ensemble plus spielt ab 15 Uhr
Ganz zu Beginn sollten Sie allerdings da sein, denn auch Georg Friedrich Haas wird kommen! Der große Zeitgenosse, der sich so sehr mit der Mikrotonalität auseinandersetzt, ist in Vorarlberg aufgewachsen und feiert heuer seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlass spielt das Ensemble plus sein Stück …fließend… und freut sich sehr über die Anwesenheit von Haas. Auch Gerda Poppa hat einen runden Geburtstag und steuert zwei Kompositionen für den Nachmittag bei: Bin Air und Sagittarius, das hier sogar seine Uraufführung erlebt. Sie werden Malte Giesen, Wladimir Rosinskij und Sarah Nemtsov kennen lernen, in Person und mit je einem Werk und Nico Muhlys Keep in Touch für Bratsche und Electronics hören. – Nach dem Prime-time-Block des Symphonieorchesters wird dann noch Jodok Lingg sein Auftragswerk Humility & Gratitude & Love mit dem Ensemble plus für alle Nachtschwärmer|innen präsentieren.
SOV zur Primetime ab 20.15 Uhr
Das SOV wird heuer von Xandi van Dijk geleitet. Der Dirigent ist auch Bratschist und hat vor einem Jahr im Abokonzert 2 als Solist in Benjamin Brittens Doppelkonzert begeistert. Van Dijk ist in Südafrika geboren, und das darf sich auch im Programm niederschlagen. – Doch zuerst kommen uns zwei österreichische Zeitgenossen zu Ohren.
Otto Wanke, in Tschechien geboren, hat in Prag und Wien studiert und für das SOV sein Werk Morphen von einer Streichensemble-Fassung für ganzes Orchester erweitert. Morphen ist eine aleatorische Komposition, was bedeutet, dass hier einiges dem Zufall – und den Musiker|innen – überlassen wird.
Gerald Resch, Oberösterreicher, hat für sein Cellokonzert Drift die Nordsee genau beobachtet und verschiedenste Wasser- und Wellenbewegungen in Klang umgesetzt. Das Solocello spielt Alexey Stadler, der auch schon die Uraufführung vor 10 Jahren interpretiert hat.
Mokale Koapeng, aus Südafrika, schreibt mit Ixesha: Ke Nako – Scenes from the Motherland ein Stück, das seine Eindrücke nach einem Umzug nach Sambia verarbeitet; gleichzeitig aber auch ein Kommentar zur Entwicklung der südafrikanischen Gesellschaft sein will. „Ixesha“ bedeutet „es ist Zeit!“ – soviel und so passend zum Titel dieser Orchesterpost.
Die Komposition Stille Musik von Valentin Silvestrov, einem der wichtigsten zeitgenössischen Komponisten der Ukraine schließlich, ist ein Statement des SOV und des gesamten Festivals gegen den Krieg, wo immer er stattfindet. Silvestrovs berührende Suche nach der Stille soll helfen, den Weg zu einem Frieden zu finden.
Im Radio wird das Festival am 12. Dezember ab 19.30 Uhr auf Ö1 zu hören sein; außerdem gestaltet Stefan Höfel eine Konzert-Sendung auf ORF Radio Vorarlberg.