Ich möchte zuallererst unseren Abonnent | innen für Ihre kontinuierliche Unterstützung in Zeiten wie diesen danken. Wo andere Orchester großen Schwierigkeiten gegenüberstehen, können wir auf Ihre Hilfe zählen; das gibt uns Rückhalt und Zuversicht. Ich und wir alle können es kaum mehr erwarten, wieder live für Sie zu spielen, und ich möchte Ihnen hier meine Gedanken zum diesjährigen Programm näherbringen.
Wir starten mit ganz neuen Klängen in die Saison! Ich freue mich, Ihnen im ersten Konzert zwei wundervolle Solisten, mit denen ich schon viele Male gearbeitet habe, präsentieren zu dürfen. Es war für mich wichtig, diese Saison mit Musik eines Vorarlberger Komponisten – Herbert Willi – zu eröffnen, und wer könnte diese besser spielen, als Selina Ott, die junge österreichische Gewinnerin des ersten Preises des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD! Und ich freue mich riesig darüber, dass der von mir hochgeschätzte Nicholas Angelich, einer der bedeutendsten Pianisten unserer Zeit, mit uns Rachmaninows 3. Klavierkonzert spielen wird.
Mit Mahlers Neunter und Kirill Petrenko folgt nun endlich ein aus der letzten Saison verschobenes Highlight als Abschluss des gesamten Mahler-Zyklus, der einen wirklichen Meilenstein für das SOV darstellt. Christoph Alstaedt wird im Konzert 2 ein wunderschönes französisches Programm dirigieren und für das Konzert 3 kommt unser geschätzter Ehrendirigent Gérard Korsten mit einem nach seinem Maß gearbeiteten Mozart- und Beethovenprogramm nach Vorarlberg zurück.
Im Konzert 4 treffen sich Komponist | innen im Sturm und Drang der Romantik: Als österreichische Erstaufführung wird das SOV eine stürmische, dramatische Symphonie von Emilie Mayer spielen, einer völlig zu Unrecht vernachlässigten deutschen Komponistin. Eine meiner großen Leidenschaften ist es, Dvořáks weniger gespielte Werke dem Publikum auf der ganzen Welt vorzustellen. In diesem Konzert werden Sie einige seiner auserlesensten Miniaturen hören: vier von den Legenden op. 59. Wir begrüßen dazu die brillante Geigerin Eldbjørg Hemsing, die Dvořáks Violinkonzert spielen wird: eine Premiere für das SOV!
Zwei »gerettete« Programme aus der letztjährigen Saison sind Händels Jephtha und das Konzert 5 mit Kolja Blacher, die zwar geprobt, aber noch nicht aufgeführt werden konnten. Das Orchester hat viel Engagement in die inspirierende Erprobung dieser Werke fließen lassen, und ich bin allen Künstler | innen dankbar, dass sie nach Vorarlberg zurückkehren werden um ihre Arbeiten endlich – mit etwas Glück – auch vor Publikum zeigen zu können.
Im Konzert 6 treffen sich Mozart – der fantastische Pianist Christopher Park hätte dieses Werk im letzten Jahr bereits spielen sollen! – und Anton Bruckner, den ich schon als Teenager verehrt habe. Ich habe einige seiner Symphonien sehr intensiv mit dem Gustav Mahler Jugendorchester erarbeitet und freue mich unglaublich auf seine Neunte mit dem SOV! Denn ein Wunsch von mir ist, dass Bruckners Symphonien in Zukunft immer wieder auftauchen werden, und sich wie ein roter Faden durch die nächsten Saisonen ziehen.
I wish you all much health and happiness, and look forward to seeing you during our season!
Yours,
Leo McFall