KONZERT 4: Endlich ist es soweit!

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Wir freuen uns sehr, dass dieses besondere Programm, welches wir im Jänner verschieben mussten, nun endlich auf die Bühne kommen wird, und zwar beide Male im Montforthaus Feldkirch. Um Ihre Vorfreude zu wecken, dürfen wir es Ihnen hier nochmals vorstellen ...

Dieses Konzert wird ein besonderes Ereignis für Liebhaber|innen der musikalischen Romantik, denn Chefdirigent Leo McFall hat nicht nur auf bekannte Werke dieser aufregenden Epoche gesetzt, sondern stellt Ihnen besondere Kostbarkeiten vor: selten gespielte Werke Antonín Dvoràks und eine sensationelle Wiederentdeckung. Und er hat verraten, woran sein Herz ganz persönlich hängt …

Felix Mendelssohn Bartholdy …

… war 1829 auf einer Bildungsreise in Schottland, wo er auf einer Hebriden-Insel die Fingalshöhle besichtigte, wohl auch, um auf den Spuren der keltischen Mythologie – Stichwort „Ossian-Epen“ – zu wandeln. Er notierte eine musikalische Skizze und kommentierte sie folgendermaßen: „Auf einer Hebride d. 7ten August 1829. Um zu verdeutlichen, wie seltsam mir auf den Hebriden zu Muthe geworden ist, fiel mir soeben folgendes bey …“. Aus diesem Entwurf entwickelte er später seine Ouvertüre „Die Hebriden“, eine seiner vier Konzertouvertüren, von der sogar Richard Wagner beeindruckt meinte, sie sei „eines der schönsten Musikwerke, die wir besitzen“.

Antonín Dvořák …

… wurde 1879 vom Verleger Fritz Simrock um ein Violinkonzert gebeten, „recht originell, kantilenenreich und für gute Geiger“. Schon im Jahr zuvor begann ein regelrechtes internationales Dvořák -Fieber, welches vor allem seine „Slawischen Tänze“ auslösten, und so setzte er dies mit folkloristischen Stilelementen wie Volksliedern und Volkstänzen, die er in Sonaten- und Rondoform verarbeitete, um. Der renommierte Geiger Joseph Joachim wurde um ein Urteil gebeten und „auf seinen Wunsch habe ich das ganze Konzert umgearbeitet, nicht einen einzigen Takt habe ich behalten“ – so Dvořák an Simrock. Doch auch die Umarbeitung gewann Joachims Vertrauen in das Werk nicht, und so brachte es der tschechische Geiger František Ondříček 1883 in Prag zur Uraufführung. Geigerin Eldbjørg Hemsing, die es mit dem SOV spielen wird, sieht es als herausforderndes Werk, das jeder Spielerin, jedem Spieler viel Technik und Erfahrung abverlangt, und nach Leo McFall wird es auch darum sehr selten gespielt, weil nicht nur der Solopart, sondern auch die Orchesterstimmen höchst schwierig gestaltet wären.

Nochmals Dvořák …

…der seine „Legenden“ 1880/81 für Klavier zu vier Händen komponierte und wieder vom Verleger Simrock den Auftrag bekam, sie für Orchester zu instrumentieren. Für Leo McFall sind diese 10 „Legenden“ genau das Gegenteil der extrovertierten „Slawischen Tänze“, nämlich intime, feine, innige Stücke, wobei jedes von ihnen ganz anders gestaltet und eine „kleine Welt für sich“ ist. Sie würden ihn wegen ihrer Vollendetheit im Kleinen so ganz besonders berühren, ganz abgesehen von vielen schönen Erinnerungen, die er daran hatte, die Klavierfassungen zu spielen. „Wir spielen die Nummern 1 bis 4 – und hoffentlich ergibt sich in der Zukunft die Möglichkeit, auch die restlichen im Konzert vorzustellen“, so McFall.

Emilie Mayer …

Sie haben diesen Namen noch nie gehört? – Dann geht es Ihnen wie uns auch. Und doch war Emilie Mayer, die sich im Berliner Telefonbuch als „Componistin“ eintragen hat lassen, zu ihrer Zeit bekannt und berühmt. Da sie genügend Geld geerbt und nie geheiratet hatte, um sich nur um „ihre Musik“ kümmern zu können, entging sie dem Schicksal einer Fanny Hensel, einer Clara Schumann und auch vieler anderen unbekannten künstlerisch tätigen Frauen des 18. Jahrhunderts. Sie war umfassend komponierend tätig, schrieb 8 Symphonien und später auch kleiner besetzte Kammermusik und kümmerte sich aber vor allem selbst um die Aufführung ihrer Werke. Die Kritiken waren gespalten, was nicht zuletzt einfach daran lag, dass sie eine Frau war; und Frauen wurde schlichtweg abgesprochen, dem Manne gleichwertige Kunst zu schaffen. Noch heute wirkt dieses Denken in uns nach; man möge sich nur die Konzertprogramme rund um den Globus ansehen.

Ihre Symphonien sind inzwischen verlegt und aufgenommen, Leo McFall hat mit der NDR Radiophiharmonie den OPUS KLASSIK 2021 für eine Aufnahme der 1. und der 2. Symphonie gewonnen. Mit dem SOV hören Sie Mayers 1. Symphonie, wahrscheinlich eine österreichische Erstaufführung! – und für Leo McFall ist wichtig: „Eine erste Symphonie ist immer etwas Besonderes, man erkennt dort sofort die DNA des Schöpfers, der Schöpferin. Diese Erste ist voll von Einfällen und Eindrücken, und ich würde sie durchaus als „stürmisch“ beschreiben. Es gibt vielleicht noch ungeschliffene Ecken und Kanten, doch es ist unbestreitbar, dass da ein Diamant verborgen ist!“

 

 

Konzert 4

Samstag, 25. Juni 2022, 19.30 Uhr, Montforthaus Feldkirch
Sonntag, 26. Juni 2022, 17.00 Uhr, Montforthaus Feldkirch!

Chefdirigent: Leo McFall
Violine: Eldbjørg Hemsing

Felix Mendelssohn Bartholdy: Die Hebriden op. 26, Ouvertüre
Antonín Dvořák: Violinkonzert a-Moll op. 53

Pause

Antonín Dvořák: Legenden für Orchester op. 59
Emilie Mayer: Symphonie Nr. 1 c-Moll

Dauer: ca. 120 Minuten (inkl. Pause)