Konzert 4: mit Feuer und Swing!

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Mal leicht swingend, mal ordentlich mitreißend: das KONZERT 4 kommt – der 5. Jahreszeit entsprechend – flott, bunt und auch ganz schön jazzig daher. Chefdirigent Leo McFall freut sich schon auf diesen »Jazz« in Strawinskys Symphony in Three Movements, auf das swingende Ensemblewerk seines Studienkollegen Jimmy López und auf die Solistinnen Claire Huangci (Klavier) und Sophie Heinrich (Geige), die uns mit französischem (Ravels Klavierkonzert) und spanischem Temperament (Four Iberian Miniatures) einen aufregenden Abend bescheren werden.

Avec Swing

heißt und klingt das Eröffnungsstück von Jimmy López, dem charismatischen Peruaner, der nun seit vielen Jahren in Kalifornien lebt und wohl einer der interessantesten zeitgenössischen Komponisten ist. Seine vielfältigen Werke werden erfolgreich und gern nicht nur von amerikanischen Orchestern gespielt, erst vor wenigen Tagen wurde seine Symphony No. 5: Fantastica – inspiriert von Michael Endes Unendlicher Geschichte – vom Cincinnati Symphony Orchestra unter Christian Reif mit stehenden Ovationen aus der Taufe gehoben.

Avec Swing entstand 2010 für das 12-köpfige, kanadische Nouvel Ensemble Moderne. Jimmy López hatte in seiner Jugend nur ein paar wenige Anknüpfungspunkte zum Jazz, der auch so gut wie nie in seinen Werken vorkommt. Umso erstaunter war er selbst, als ihn für diese Komposition eine Melodie nicht losließ, die einfach von sich aus »jazzy« war. Wie er im Podcast-Gespräch erzählt, war er neugierig, wohin ihn dieses Thema wohl führen würde, dessen Titel eine Hommage an die Zweisprachigkeit Kanadas ist.

Klavierkonzert, avec »blue notes« …

… so könnte man Maurice Ravels Klavierkonzert in G vielleicht auch bezeichnen. Nachdem er sein Leben lang für Klavier solo geschrieben hat, arbeitet er Ende der 1920er Jahre gleichzeitig an gleich zwei Klavierkonzerten und lotet das Genre genau aus. Er orientiert sich an der klassischen Form mit 3 Sätzen und nimmt sich für den zweiten, langsamen Satz Mozarts Klarinettenkonzert zum Vorbild. Die Ecksätze sind rasant, rhythmisch und geben der Solistin – in unserem Fall Claire Huangci – die Möglichkeit, ihre Virtuosität zu zeigen. Außerdem sind jazzige Elemente und »blue notes« durch die Einflüsse von George Gershwins Musik nicht zu überhören, den er in den USA auch persönlich kennengelernt hat.

Solistin Claire Huangci ist dem Vorarlberger Publikum schon gut bekannt, sie war schon einige Male zu Gast und hat bei ihrem letzten Besuch hier 2018 mit Gershwins Klavierkonzert brilliert. Ihr neues Album geht auch in die amerikanische Richtung: Made in USA, bei Alpha Classics erschienen, ist eine Empfehlung.

Four Iberian Miniatures, avec Violine

Francisco Coll, Komponist und Dirigent aus Valencia, zeigt spanische Rhythmen, spanisches Feuer und spanischen Humor in seinen vier Miniaturen, in denen sich eine Geige durch surreale, poetische und manchmal witzige Welten mit schwungvollen Flamenco-Anklängen bewegt.

Geigerin Sophie Heinrich wird hier den Solopart übernehmen und erstmals mit dem SOV auf der Bühne stehen. Die Professorin an der Stella Vorarlberg Privathochschule für Musik ist seit vielen Jahren erprobte Konzertmeisterin verschiedenster Orchester, zuletzt bei den Wiener Symphonikern; mit ihrer Formation »Tango Five« ist sie seit Jahren in der spanischen Musik unterwegs. Auch im Konzert 4 wird sie zwei Werke als Konzertmeisterin führen, das Orchester also gut kennenlernen dürfen, und sich den Platz mit Konzertmeisterin Monika Schuhmayer teilen.

Symphony in Three Movements, avec viel Rhythmus!

Diese Symphony, fertiggestellt 1945, war ein Auftragswerk des New York Philharmonic und das erste, das Strawinsky im amerikanischen Exil schrieb. Kriegsbedingt hatte er Paris schon 1940 verlassen und als der Auftrag 1942 kam, war es lange unklar, was das Werk denn am Schluss werden sollte. Er nahm einige unvollendete Arbeiten in das Werk auf, z. B. ein Klavierkonzert, das den ersten Satz inspiriert und den virtuosen Klavierpart dort erklärt. Eine unvollendete Filmszene zu Franz Werfels »Lied von Bernadette« mit Harfenpartie wird im zweiten Satz weiterentwickelt, im dritten Satz führte er die Klavier- und Harfenstellen zusammen. Strawinsky, der im Uraufführungsprogramm beteuerte, der Symphonie liege kein Programm zugrunde, setzt dem im gleichen Atemzug entgegen, dass der »Eindruck der schwierigen Zeit mit ihren heftigen und wechselnden Ereignissen (…) Spuren in dieser Symphonie hinterlassen hat«.

Für Chefdirigent Leo McFall und das Orchester ist die Symphony eine Premiere: »Die faszinierend synkopierten Rhythmen und das Klavier erinnerten mich beim ersten Mal Hören sofort an Jazz, aber es gibt auch ernste Stellen, und diese großartige Vermischung verschiedener Stile und das Feuerwerk am Schluss machen sie zu einer der interessantesten Symphonien des 20. Jahrhunderts.«