KONZERT 5: Play-and-conduct mit Alexander Janiczek

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Im Play-and-conduct-Format wird Alexander Janiczek das SOV durch einige Jahrhunderte und einige musikalische Epochen begleiten, er selbst wird nämlich entweder vom Konzertmeisterpult aus die Einsätze geben oder als Solist, wenn er Beethovens Violinkonzert gibt. In der Probenarbeit zuvor möchte er „die Musiker|innen dazu animieren, ihre Individualität einzubringen“, um dann für das Konzert eine gemeinsame Linie zu erreichen.

Bachs Suite Nr. 3

Dass Janiczek ein Spezialist in der historischen Aufführungspraxis ist, der stark von Sándor Végh und der Camerata Salzburg geprägt wurde und als Konzertmeister in vielen, auch historisch informierten Orchestern tätig war, wird gleich zu Beginn des Konzerts klar: Festlich, mit Pauken, Trompeten und Oboen beginnt die Suite Nr. 3 von Johann Sebastian Bach mit einer stattlichen Ouverture  – wie es damals in Frankreich grade modern war. Der zweite Satz wir Ihnen dann sicherlich bekannt vorkommen: genießen Sie die berühmte, sanfte Air, bevor Sie mit den folgenden Gavotten, einer Bourrée und einer Gigue davonspringen und -tanzen.

Weberns Fünf Sätze für Streichquartett

Nach barockem Glanz und Tanz gibt es fünf Stücke ganz anderer Art: ein Flug ins 20. Jahrhundert landet bei Anton Webern, der 1909, gleich nach seinem Studienabschluss bei Arnold Schönberg Fünf Sätze für Streichquartett schreibt, mit denen er seinen Kompositionsstil finden sollte: Kürze. Nichts ist überflüssig, alles ist wesentlich, auf allerkleinstem Raum gibt es großen klanglichen und expressiven Reichtum. Noch viel besser zu hören ist all dies in der Version für Kammerorchester, die Webern 1929 verfasste und die er 1930 auch selbst dirigierte.

Beethovens Violinkonzert

Dieses Violinkonzert war die „spontane und allererste Idee“, als er von GF Sebastian Hazod für dieses Konzert angefragt wurde, sagt Alexander Janiczek. Er habe das Konzert als junger Geiger öfters gespielt, aber er hätte schon seit einiger Zeit große Lust verspürt, sich wieder eingehender damit zu beschäftigen. Das Konzert ist Beethovens einziges Violinkonzert und es wurde vom Geigenvirtuosen Franz Clement erbeten, der es – so die Mär – in einem Konzert quasi „prima vista“, also ohne zu Proben, zum Besten gegeben hätte. Der Erfolg war nicht besonders groß, denn das Stück war ganz anders, als es das Publikum erwartet hatte: keine virtuosen Stellen, wie man sie bei Paganini gehört hätte, und doppelt so lang wie gewöhnlich. Für das Neue, das Beethoven damit schaffen wollte, nämlich eine Gleichberechtigung zwischen Geige und Orchester, war die Zeit noch nicht reif.

 

KONZERT 5

Samstag, 15. April 2023, 19.30, Montforthaus Feldkirch
Sonntag, 16. April 2023, 17.00 Uhr, Festspielhaus Bregenz
 

Alexander Janiczek
Leitung und Violine
 

Johann Sebastian Bach
Suite Nr. 3 D-Dur

Anton Webern
Fünf Sätze für Streichquartett op. 5 (Bearbeitung für Streichorchester)

Ludwig van Beethoven
Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 61