Konzert 6 – Letztes Konzert wird das erste Konzert der Saison

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Der Abschluss dieser turbulenten, von COVID-19 zutiefst beeinträchtigten Saison soll nun das erste Konzert sein, dass 2020/21 tatsächlich stattfinden wird. Während diese Zeilen geschrieben werden, gibt es zwar immer noch Unsicherheiten, wie denn unser Chefdirigent aus dem momentanen „Hochrisikogebiet Großbritannien“ zur rechten Zeit den Weg nach Vorarlberg finden wird, aber so, wie wir während der ganzen Saison den Optimismus nicht verloren haben, sind wir zuversichtlich, auch diese letzte Hürde noch zu überwinden. Nicht zuletzt dürfen wir sagen: wir freuen uns unermesslich, dass wir nun doch noch ein Abonnementkonzert spielen können!


Chefdirigent Leo McFall

Sein Einstand als Chefdirigent war im Frühjahr 2020 mit einem Festakt geplant – doch dieser ist, wie auch die weiteren mit ihm geplanten Konzerte, der Coronapandemie zum Opfer gefallen. Wir waren sehr glücklich, als Leo McFall zum ersten Mal im April 2021 zwei Konzerte vor jeweils 100 Menschen im Publikum in der Kulturbühne AMBACH dirigieren konnte und freuen uns nun übermäßig auf das erste von ihm dirigierte Abonnementkonzert mit ihm. „Bruckner is one of my favourite composers, and I‘m looking forward to seeing you finally in this concert!”

Der britische Dirigent Leo McFall gewann 2015 den Deutschen Dirigentenpreis und hat sich mit einem breiten Orchester- und Opernrepertoire bereits einen beachtlichen Ruf erarbeitet. Neben Engagements bei Glyndebourne on Tour, an der English National Opera und der Opera North leitete er renommierte Klangkörper wie das BBC Philharmonic Orchestra, City of Birmingham Symphony Orchestra, Deutsches Symphonie-Orchester Berlin und die Dresdner Philharmonie. Leo McFall studierte zunächst Musik an der Oxford University und schloss daran ein Dirigierstudium an der Sibelius Academy in Helsinki an. Leo McFall spielt außerdem Klavier, Violine und Viola.

Olivier Messiaen (1908 – 1992): „Les offrandes oubliées“

Ähnlich einem Altar-Triptychon, ist auch Messiaens Méditation symphonique „Les offrandes oubliées“, sein erstes Werk für großes Orchester, dreiteilig angelegt: Der erste Teil widmet sich dem Opfertod Christi am Kreuz. Es ist eine schmerzerfüllte „Klage der Streicher“, so Messiaen, wobei die melodischen Linien immer wieder von „langen grauen und malvenfarbigen Seufzern zerschnitten“ werden. Der zweite Teil schildert „heftig, verzweifelt, keuchend“ den Abstieg ins Reich der Sünde, der Gottvergessenheit, „in einer nahezu ‚mechanisierten‘ Geschwindigkeit.“ Vom Sakrament der Eucharistie erzählt der dritte und längste Teil: Über einem Pianissimo-Teppich – „rot-, gold-, blaugetönt (einem fernen Kirchenfenster gleich)“ – bewegt sich „mit viel Mitleid und Liebe“ eine langsame, schwebende, unendlich wirkende Geigenmelodie, gleichsam die Unendlichkeit der Liebe Gottes verkörpernd.

Anton Bruckner (1824 – 1896): Symphonie Nr. 6

Die 6. Symphonie hat mehrere Besonderheiten: Zuallererst ist sie von Bruckner nie umgearbeitet worden! Eine Ausnahme in seinem Schaffen. Sie ist sicherlich die Symphonie, die am wenigsten Beachtung fand und findet. Vielleicht, weil sie weniger spektakulär ist und die Zuhörer sich wirklich mit dem Werk auseinandersetzen müssen, um es ganz zu erfassen. Doch ist es gerade dieses Werk, das wohl als „Symphonie der Lebensaufarbeitung“ bezeichnet werden kann – eine Mischung aus Schmerz und Triumph, die die Jahre bis dahin geprägt haben: der Verlust geliebter und wesentlicher Menschen in seinem Leben, die Niederlage mit seiner 3. Symphonie, aber auch die Erfolge und die stetig steigende Anerkennung.

 

Konzert 6

Freitag, 18. Juni, 19.30 Uhr
Samstag, 19. Juni, 19.30 Uhr
Sonntag, 20. Juni, 11.00 Uhr und 19.30 Uhr
Alle Konzerte finden im Montforthaus Feldkirch statt.

Leo McFall Chefdirigent

Olivier Messiaen „Les offrandes oubliées“ – Méditation symphonique
Anton Bruckner Symphonie Nr. 6 A-Dur WAB 106