Mit feinen und mit groben Strichen eines Kugelschreibers, teils penibel konzipiert und konstruiert, teils den Eingriff des Schicksals, des Zufalls bereitwillig annehmend, hat der Künstler perspektivische Bildwelten erschaffen, die uns in diese Raum- und Zeitfalle hineinziehen. Die Bilder entstehen erst durch unsere Betrachtung. Stellen wir ein Bild auf den Kopf oder drehen es um 90 Grad in eine Richtung werden wir ein gänzlich anderes Bild vor uns sehen. Wo immer wir auf den Bildern hängenbleiben, es kann das Gebilde, das vor uns entsteht, erst zu sich und zu uns kommen. Für jedes neue Auge, das auf es gerichtet wird, erfindet es seine Form aufs Neue. Nicht ein Bild hängt vor uns, sondern vor jedem einzelnen sein Bild.
»Musik ist ein wichtiger Teil meines Lebens, fast täglich begleitet sie mich beim Arbeiten im Atelier. Trotzdem ist es etwas völlig anderes, für ein Orchester Bilder zu machen, die zwar eigenständig sind, aber möglicherweise die Sichtweise auf die Musik erweitern sollen oder können. Ich habe daher weniger in Serien als in lauter Einzelarbeiten gedacht und gearbeitet – es sollten abgeschlossene Geschichten sein und keine Arbeiten, die sich aufeinander thematisch beziehen und so in einem direkten notwenigen Zusammenhang stehen. So wie das Programm auch aus lauter einzelnen Veranstaltungen besteht, die eigenständig gesehen und gehört werden können. Natürlich gibt es dabei eine große Klammer – bei den Bildern bin das ich selbst – in Bezug auf das SOV ist es die Musik, unter die alles subsumiert werden kann.«
»Die Beschäftigung mit der klaren Aufgabenstellung – 10 Bilder für ein Programm – gab mir unerwartete Freiheit im Gestalten, da ich mich keinem Korsett unterwerfen musste. Jedes Bild konnte ganz anders sein und musste sich nicht mit anderen messen.«
Marbod Fritsch lebt und arbeitet
als freischaffender Künstler
in Wien und Bregenz.