MARIA STUARDA: Musiker|innen bitte in den Orchestergraben!

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Am 23. Jänner fiel der Startschuss für die diesjährige Kooperation mit dem Vorarlberger Landestheater zu Gaetano Donizettis Tragedia lirica „Maria Stuarda“. Drei Sängerinnen und drei Sänger sind seit Wochen in den Proben, um mit Regisseurin Teresa Rotemberg und Dirigent Arturo Alvarado die Geschichte der letzten Lebenstage der entthronten schottischen Königin auf die Bühne zu bringen. Erste Höreindrücke konnte das Publikum bei der Soirée im ORF-Landesfunkhaus Dornbirn am 26. Februar erhalten.

Nun, zu Beginn der sechsten Probenwoche ist das kleine Ensemble schon begierig darauf, das bis dahin Erprobte endlich auf der großen Bühne auszutesten. Bis jetzt wurde in den Probenräumen ja lediglich mit Andeutungen von Bühnenbild und Kostümen probiert, Sabina Moncys Bühnenraum und Kostüme werden erst im Lauf der Bühnenproben fertig eingerichtet werden, Arndt Rösslers Lichtdesign entsteht gerade.

Michael Schneider, Assistent der musikalischen Leitung, der als Ein-Mann-Orchester jederzeit alle Proben am Klavier mitmusiziert, erzählt von der guten Stimmung im diesmal besonders internationalen Team: Während die aus Argentinien stammende Teresa Rotemberg mit dem peruanisch-finnischen Arturo Alvarado durchwegs spanisch spreche, gäbe es ein Englisch-Italienisch-Deutsches Sprachgewusel unter den Sänger|innen, die jedoch aus der Slowakei (Eva Bodorová, sie singt die „Maria“), aus der Ukraine (Sofia Soloviy, „Elisabetta“ und Andrii Ganchuk, „Talbot“), aus Kroatien (Lucija Varsic, „Anna“), den USA (Gabriel Wernick, „Cecil“) und aus Südkorea (Hyunduk Kim, „Roberto“) stammen.

Wenn dann am Anfang März das SOV mit 42 MusikerInnen auf das Bühnenensemble trifft, und der Bregenzer Festspielchor auch noch mit auf die Bühne tritt, dann platzt nicht nur der Orchestergraben, sondern das ganze Haus am Kornmarkt wieder aus allen Nähten, und die große Menschenmenge wird von den Mitarbeiter|innen im Haus geduldig in die richtigen Bahnen geleitet und organisiert werden müssen.

Die musikalischen Vorarbeiten, von denen Dirigent Arturo Alvarado erzählt, waren bis zu diesem Punkt schon ein weiter und wichtiger Weg, haben sie ihn doch tief in die Aufführungsgeschichte der „Maria Stuarda“ hineingeführt. Von Donizetti war die Oper um die schottische Königin für das Theater in Neapel komponiert worden, und wurde erst kurz vor der Premiere von der Zensur verboten. Donizetti einigte sich mit dem Theater, aus dem musikalischen Stoff eine Oper anderen Inhalts zu verfassen, „Buondelmonte“, die zwar erfolgreich über die Bühne ging, aber nicht das war, was er ursprünglich schreiben wollte. Ein Jahr später wurde dann endlich die Mailänder Scala auf die „Stuarda“ aufmerksam: endlich sollte sie dort unzensuriert aufgeführt werden! Durch die vorhergehenden Umarbeitungen auf „Buondelmonte“ und einige Befindlichkeiten der Primadonna Maria Malibran veränderte sich aber die Mailänder Fassung wiederum gegenüber der Allerersten. Sie wurde einige Jahre gespielt und verschwand dann allmählich von den Bühnen. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurde sie wieder entdeckt, bedeutende Interpretinnen wie Montserrat Caballé, Joan Sutherland, Edita Gruberova uvm. brachten sie zu großer Beliebtheit. Der Verlag Ricordi erstellte eine kritische Edition, eine weitere Version hat Dirigent Armando Gatto im Jahr 1981 aufgeführt. Arturo Alvarado hat nun für die Bregenzer „Stuarda“ in aufwändiger, wissenschaftlicher Kleinarbeit die Fassungen verglichen, Fehler korrigiert (er findet immer wieder neue!) und sich für Gattos Version entschieden: „Diese Fassung bringt an wichtigen Stellen mehr Schwung und mehr Spannung in die Gesangslinien oder die Orchesterstellen, das hilft der Inszenierung und bringt für die gesamte Produktion mehr! Es war ja auch zu Donizettis Zeiten wichtig, auf die vielen Faktoren bei einer Opernproduktion einzugehen, hier etwas zu verlängern, da etwas zu raffen. Es ist immer work in progress!“

 

Maria Stuarda

Tragedia lirica in drei Akten von Gaetano Donizetti

Vorstellungstermine; Termine für SOV-AbonnentInnen sind gekennzeichnet:
Sonntag, 12. März, 19.30 Uhr, Premiere
Donnerstag, 16. März, 19.30 Uhr
Sonntag, 19. März 2023, 17.00 Uhr – SOV-Abos
Mittwoch, 22. März 2023, 19.30 Uhr – SOV-Abos mit Buszubringer aus Feldkirch!
Freitag, 24. März 2023, 19.30 Uhr
Sonntag, 26. März 2023, 17.00 Uhr – SOV-Abos
Dienstag, 28. März 2023, 19.30 Uhr – SOV-Abos
Sonntag, 2. April 2023, 17.00 Uhr, Derniere


Buszubringer zu „Maria Stuarda“ für Abonnent|innen aus Feldkirch

Für die Vorstellung von „Maria Stuarda“ am 22. März bieten wir für unsere AbonnentInnen aus Feldkirch und Umgebung einen Buszubringerdienst an. Der Bus bringt Sie nach Bregenz zur Aufführung und wieder zurück.

Folgende Ein- und Ausstiegsstellen werden angefahren:
18.00 Feldkirch Busplatz
18.05 Feldkirch ÖBB Bahnhof
18.10 Feldkirch Jugendherberge
18.20 Rankweil Burgcafé
18.25 Sulz GH Löwen
18.35 Götzis Pfarrkirche

Dauer der Vorstellung: 19.30 – 22.30 Uhr, danach Rückfahrt im Bus.
Die Busbegleitung wird im Bus den Selbstkostenpreis von € 10,-- direkt kassieren.

Anmeldung

Für die Organisation und für einen garantierten Platz im Bus bitten wir um Ihre Anmeldung bis Montag, 13. März 2023 per E-Mail an abo [at] sov.at (abo[at]sov[dot]at) oder über Telefon: +43 5574 43447.
Bitte geben Sie die Einstiegsstelle und die Anzahl der Personen an.