Ein sehr „familiäres“ Konzert gibt es zum Saisonstart mit alten und neuen Protagonist|innen aus der SOV-Familie. Das Programm strahlt mit Freude, Witz und Leichtigkeit, und das Orchester spielt in einem intensiven Miteinander, geleitet vom Konzertmeisterpult aus.
HANS-PETER HOFMANN
übernimmt die Leitung, und wenn Sie unsere Konzerte schon lange verfolgen, dann kennen Sie ihn sicherlich: bis 2013 war er fünfzehn Jahre lang regelmäßig Konzertmeister des SOV und kam danach immer wieder, wenn seine Engagements beim Ensemble Les Dissonances Paris, dem European Union Chamber Orchestra, dem Kurpfälzischen Kammerorchester oder seine Lehrtätigkeit an der Musikhochschule Saar es erlaubten, ans SOV-Konzertmeisterpult zurück.
Gestartet wird mit einer spritzigen Ouvertüre vom jungen Gioacchino Rossini – „La scala di seta“, „Die seidene Leiter“ heißt die Oper dazu, in der gleich drei verschiedene Liebhaber mit ebendieser Leiter das Fenster zu Giulias Gemach erklimmen. Die Ouvertüre ist das bekannteste Werk daraus geblieben – Sie werden Ihre Freude damit haben!
JOHANNA BILGERI
ist das zweite SOV-Familien-Mitglied, das wir in einer führenden Rolle präsentieren, und sie ist gleichzeitig eine der Jüngsten. Die Fagottistin, die an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien studiert, hat in den letzten Jahren einige wichtige Preise gewonnen, war „Wiener Symphoniker Talent“ und ist in dieser Saison Akademistin bei den Wiener Philharmonikern. So ein aufstrebendes Vorarlberger Talent möchten wir Ihnen nun live vorstellen: Johanna Bilgeri wird das Grand Concerto für Fagott von Johann Nepomuk Hummel interpretieren. Im Podcast SOV zum REINHÖREN spricht sie über dieses Werk, welches ihrer Meinung nach alles abdeckt, was das Fagott so zu bieten hat: viele schnelle Passagen, große Sprünge, das Spiel mit Dynamik und Klangfarben und auch den Freiraum, sich bei der Kadenz selbst etwas Schönes auszudenken.
BEETHOVEN 8
Im zweiten Konzertteil geht dann die 8. Symphonie Ludwig van Beethovens über die Bühne. Laut Hans-Peter Hofmann ist sie wohl zu Unrecht verkannt, denn dieses grandiose Werk sprüht nur so vor Witz und Überraschungen, die man Beethoven erst einmal gar nicht so zutraut. Der erste Satz endet ungewöhnlicherweise ganz leise, es gibt keinen langsamen Satz, sondern dafür ein Allegretto scherzando, wo man eine Uhr (oder Ähnliches?) ticken hören kann, der Tanzsatz kommt fast aus dem Rhythmus und der vierte Satz verlangt ein Tempo, das Hofmann ganz trocken als „sportlich“ bezeichnet. Dieses humorvolle Werk entstand interessanterweise parallel zur 7. Symphonie, die ganz anders geartet ist, nämlich monumental und tragisch, eben so, wie man sie von einem Beethoven erwartet hat. Aber in der Nummer 8 hat sich Beethoven wohl an den Symphonien Haydns und Mozarts orientiert, und seinen ganz eigenen Humor vertont. Die Lieblingsstelle der Autorin ist ganz klar der einfach nicht enden wollende Schluss – und ich würde wirklich gerne wissen, worüber Sie beim Hören dieser Symphonie lächeln können.